Klimatische Bedingungen wie zuletzt Ende Juni erlebten Menschen in Elberfeld oder Barmen bislang eigentlich nur kurzzeitig, wenn sie eine Tiefkühlpizza aus dem Backofen holten.
Zum Glück nimmt die Stadtverwaltung in dieser klimatischen Ausnahmesituation ihre Fürsorgepflicht ernst und hat deshalb laut einer Pressemitteilung eine Plakatkampagne gestartet, mit der uns erklärt wird, wie man heiße Tage übersteht. Mitgeliefert wurde das abgebildete Werk, das uns zu diesem Zweck fünf wirklich nützliche Tipps verrät, für die wir sehr dankbar sein dürfen.
Wir lesen hier beispielsweise, dass man bei Hitze im Schatten bleiben soll. Das darf doch nicht wahr sein: Jahrzehntelang habe ich gedacht, dass ich mich bei 36 Grad am besten in die knallende Sonne stelle, damit sich Körper- und Außentemperatur angleichen und man die Hitze dann gar nicht merkt. Dank der plakativen Aufklärungsarbeit des zuständigen Wuppertaler Gesundheitsamtes weiß ich es jetzt endlich besser. Man lernt also nie aus.
Auch, was die Kleidung angeht: Da lässt man uns nämlich wissen, dass man in der prallen Sonne den Kopf bedecken sollte. Auf so eine Idee kommt doch von selbst kein Mensch. Und freundlicherweise liefert die Stadt sogar Details: Man erreicht das, indem Sonnenhut und Sonnenbrille aufgesetzt werden. Genial!
Wie soll man auf sowas denn kommen? Oder darauf, dass man sich mit Sonnencreme einschmieren soll, wenn wir unter dem Lorenz am Himmel brutzeln wie ein halbes Hähnchen im Grillwagen vor dem Supermarkt. Ich war bisher felsenfest davon überzeugt, dass sowas nur im Urlaub nötig ist, weil die Sonne in Wuppertal kein Spanisch kann. So leicht kann man sich vertun.
Und das auch bei den Tageszeiten. Denn auch bei denen ist es keineswegs so, wie Sie vielleicht leichtgläubig annehmen: Das Gesundheitsamt verrät uns nämlich, was es mutmaßlich auf Basis jahrelanger Messreihen herausgefunden hat: Mittags ist es am wärmsten! Die Empfehlung daher: besser abends oder morgens rausgehen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, legt sich wahrscheinlich am besten gegen 12 Uhr zu Hause in den Kühlschrank. Schade allerdings, dass da drin das Licht ausgeht, wenn man die Tür zumacht. Sonst würde der Blick vielleicht auf eine Flasche Wasser fallen und einen an den letzten ganz wichtigen Tipp des Gesundheitsamts erinnern: Bei Hitze - halten Sie mich jetzt bitte nicht verrückt, es steht so auf dem Plakat - soll man nämlich viel trinken. Hätten Sie das für möglich gehalten?
Danke, liebes Gesundheitsamt, das Leben der Wuppertaler ist bei der nächsten Hitzewelle jetzt so gut wie gerettet. Allerdings müsste die restliche, noch komplett unaufgeklärte Bevölkerung dazu die Plakate auch irgendwo sehen, um nicht weiter bei 40
Grad arglos mittags den unbehüteten Kappes in die Sonne zu halten und dabei möglichst kein Wasser zu trinken, um nicht so zu schwitzen. Ich allerdings konnte bisher leider in der Stadt kein einziges Exemplar entdecken. Möglicherweise war es den Plakatklebern zum Verteilen einfach zu heiß ...
Bis die Tage!