Nach Toreschluss – die Wochenendsatire: Ganz schwere Geburten

Nach Toreschluss – die Wochenendsatire : Ganz schwere Geburten

Man lernt nie aus. Zum Beispiel wusste ich bisher gar nicht, dass gerade geborene Pandabärenbabys so außerordentlich hässlich sind. Die Panda-Zwillinge, die jetzt im Berliner Zoo auf die Welt gekommen sind, sehen jedenfalls aus wie nackte Maulwürfe mit Schwanz, die sich am FKK-Strand auf Sylt einen Sonnenbrand geholt haben.

Das ist wahrscheinlich bisher nicht besonders aufgefallen, weil es weltweit ja praktisch so gut wie keine Pandas mehr gibt und schon deshalb auch so gut wie keine neuen geboren werden.

Dabei kommt noch erschwerend hinzu, dass die Weibchen überhaupt nur ein bis maximal drei Tage im Jahr fruchtbar sind. An diesen drei Tagen haben die als Sexmuffel geltenden Panda-Herren unglücklicherweise auch keine besonders ausgeprägte Paarungslust, weil sie prinzipiell nur entweder essen oder schlafen. Ein ähnliches Verhalten kennen wir von älteren Touristen in Vollpension-Hotels auf den Balearen und Kanaren. Möglicherweise wissen die Pandas aber auch, wie ihre Babys aussehen, und vermeiden daher tunlichst den Zeugungsakt.

Beim Thema schwere Geburt müssen wir natürlich auch noch über die Schwebebahn reden. Die fährt mit dem neuen Betriebssystem zwar nur unwesentlich schlechter als mit dem alten, aber trotzdem gibt es viel Aufregung darum. Am Mittwoch sind einige Bahnen einfach stehen geblieben, weil der digitale Funkkontakt zu ihnen abgerissen ist. Warum wir zum Beispiel mit der Raumsonde Voyager 2, die gerade am Rand unseres Sonnensystems unterwegs ist, problemlos kommunizieren können, aber nicht mit Schwebebahnen auf insgesamt 13,3 Kilometern Strecke, bleibt letztlich ein wissenschaftliches Rätsel.

Die Rede ist von Funkverschattungen, die wir zu Hause auch immer haben, wenn meine Frau mal wieder ein Glas Gewürzgurken vor den W-LAN-Router in der Abstellkammer platziert. Dann hängen aber nur Internetseiten auf dem Computer und nicht Hunderte Passagiere in der Luft.

Ich bin zuversichtlich, dass diese kleinen Geburtsfehler schnell behoben werden. Wobei das aktuelle Betriebssystem ja unter anderem eingeführt wurde, damit die Schwebebahnen endlich 60 Stundenkilometer schnell fahren können. Das geht aber noch nicht, weil ziemlich am Anfang eine der neuen Bahnen ans Gerüst geremmelt ist, und man noch daran arbeitet, dass das nicht mehr passiert. Noch ein kleiner Geburtsfehler, der sicher schnell behoben wird. Der Vorfall ist ja erst zwei Jahre her ...

Da bin ich aber froh, dass die neuen Schwebebahnen wenigstens besser aussehen als neue Pandas.

Bis die Tage!

Mehr von Wuppertaler Rundschau