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Nach Toreschluss - die Wochenendsatire: Ignatz und die Panzerfaust

Nach Toreschluss - die Wochenendsatire : Ignatz und die Panzerfaust

Leckomio, was ist das eng hier! Da hat man ja noch weniger Platz zum Schreiben als früher Anori in Wuppertals alter Eisbärenanlage zum Rumlaufen. Sollten Sie also noch Altpapier im Keller haben: Stecken Sie es in den Container – wir sind jung und brauchen die Seiten!

Papiermangel ist doof. Noch dööfer ist höchstens bei einem Sturm wie am Donnerstag mit dem Laubbläser durch die Gegend zu laufen, um einen Schulhof sauber zu machen. Auf so eine Idee kommt doch im Lebtag keiner?

Normal nicht, aber wir konnten es live durch unsere Rundschau-Fenster beobachten: Während der Sturm vormittags gerade seinen Höhepunkt erreichte, schulterte eine offenbar hoch motivierte Fachkraft einen Rucksack, wie wir ihn von den Astronauten bei den Mondlandungen kannten, aus dem heraus ein Schlauch zu einem gewaltigen Rohr führte, das im früheren Leben eine Panzerfaust gewesen sein muss.

Als der Mann, der wohlweislich Kopfhörer mit Muscheln in der Größe von Schmortöpfen trug, dieses Equipment in Betrieb nahm, war in der gesamten Südstadt der Sturm nicht mehr zu hören. Mit der Blasleistung des Rüssels hätte man die Gorch Fock problemlos vom Heimathafen Kiel aus bis nach New York pusten können.

Nun weiß man aber dank neuester wissenschaftlicher Untersuchungen, dass das heruntergefallene Blatt eines Baumes tendenziell ein äußerst geringes Gewicht hat. Forscher wollen sogar schon beobachtet haben, dass sich Blätter ganz von allein nur durch geringfügige äußere Einflüsse in die Luft erheben können und vorübergehende Flugfähigkeit entwickeln. Das soll speziell bei Wind der Fall sein.

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Leider wurden diese Erkenntnisse dem Laubbläser-Mann offensichtlich nicht durchgegeben, so dass er munter Blätter bepustete, die dann von den Sturmfronten Hendrik und Ignatz tendenziell ziellos durch die Gegend gewirbelt wurden. So kann man sich dann auch mit einer ausgesprochen überschaubaren Laubmenge locker eine halbe Stunde höchst dezibel-intensiv beschäftigen, während in den Bürofenstern da drüber erste Mordpläne entwickelt werden.

Mit dem schon vor Jahrhunderten erfundenen und nebenbei auch noch umweltfreundlichen sowie emissionsfreien technischen Wunderwerk namens Besen wäre diese Aufgabe locker in fünf Minuten erledigt gewesen. Einen solchen, dafür ausgesprochen geeigneten hatte der Laubbläser-Bediener sogar dabei. Aber ich vermute, dass man ihm bisher einfach noch nicht erklärt hat, wie man dieses High-Tech-Instrument bedient ...

Bis die Tage!