1. Kolumne
  2. Kommentar

Rundschau-Kommentar zum Wechsel von Dezernent Arno Minas​

Kommentar zum Wechsel von Arno Minas : Es geht schon wieder los ...

Neuer Kämmerer (Ticket der SPD) gewählt, neuer Dezernent für Personal und Wirtschaft (Ticket der FDP) gefunden: Da dachte man, jetzt sei endlich mal Ruhe in der oberen Etage des Rathauses eingekehrt. Denkste!

Der grüne Stadtentwicklungsdezernent Arno Minas, der erst vor dreieinhalb Jahren nach Wuppertal kam, wechselt offenbar schon in wenigen Monaten nach Münster. Als Dezernent für Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit.

Arno Minas‘ „Good bye, Wuppertal“ könnte man überraschend finden. Ist es aber nicht. Der gebürtige Kölner und Major der Reserve, der als Verantwortlicher für ein echtes „Super-Dezernat“, das Wirtschaft, Stadtentwicklung, Klimaschutz, Bauen und Recht umfasste, aus Eisenach in die Schwebebahnstadt kam, ist definitiv ein Opfer des Schneidewind-Slawig-Streites. Als die Kooperation von Grünen und CDU zerbarst und sich neue Verbindungen zwischen SPD, CDU und FDP ergaben, die als „GroKo+“ zurzeit die Stadtgeschicke bestimmen, ging man Arno Minas recht unverhohlen ans Zuständigkeits-Eingemachte.

Minas allerdings ist weder von seiner Selbsteinschätzung, noch vom Stimmauftritt oder vom gesamten Habitus jemand, der sich kommentarlos „schrumpfen“ lässt. Deswegen hat mich seine rasche Entscheidung für Münster nicht gewundert. Im Gegenteil. Für Wuppertal bedeutet das: Nun muss (von den Grünen!?) jemand gefunden werden, der oder die (es wäre allerhöchste Zeit für eine Frau im Verwaltungsvorstand) den mächtig drängenden Fragen der seit Jahren vor sich hindämmernden Stadtentwicklung gewachsen ist. Und außerdem jemand, der oder die den Titel Volljurist führen darf. Denn so jemand muss (kein Mensch konnte mir bisher schlüssig erklären, warum es diese Vorschrift in der Gemeindeordnung gibt) im Dezernentenkollegium vorhanden sein. Arno Minas ist Volljurist. Wäre dann aber weg.

Ich kann mir nicht helfen, aber ein Schlagertext von Roland Kaiser will mir nicht aus dem Kopf: „Ich glaub‘, es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein.“