Handball-BL: Sonntag gegen Kiel BHC will vor vollem Haus den Klassenerhalt

Wuppertal / Düsseldorf · Der Handball-Bundesligist Bergische HC empfängt am Pfingstsonntag (24. Mai 2026) um 16:30 Uhr den THW Kiel zum einzigen Saisonspiel im Düsseldorfer Dome.

Noah Beyer.

Foto: Dirk Freund

Mehr als 7.000 Tickets sind bereits für die Partie verkauft, in der die Löwen im besten Fall sogar vorzeitig den Klassenerhalt schaffen können. „Wir müssen über 60 Minuten die Intensität auf höchstem Level halten“, sagen die BHC-Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz.

Das war im Hinspiel etwa 40 Minuten lang gelungen. Danach setzten sich die Kieler ab und gewannen 43:35. Die Stimmung war angespannt, weil die Gastgeber sich an der spielerischen Härte des BHC aufgerieben haben. Trainer Filip Jicha betonte auf der abschließenden Pressekonferenz, dass er sich bereits auf das Rückspiel freue. „Wir freuen uns genauso darauf“, sagt Markus Pütz, der mit einem großen Kampf seines Teams rechnet und mit Blick auf viele Nickeligkeiten anfügt: „Das Hinspiel war besonders, das Rückspiel wird genauso besonders sein.“

Die Rollen sind verteilt. „In jedem individuellen Vergleich ist der THW Kiel besser, aber wir werden alles reinhauen“, betont Pütz und rechnet sich Chancen aus. „Mehr als 7000 Tickets sind weg. Das ist eine herausragende Resonanz und die beste Kulisse vor eigenem Publikum in der gesamten Saison. Das kann uns beflügeln.“ Tatsächlich waren so viele Fans seit knapp sieben Jahren nicht mehr bei einem Heimspiel des BHC. „Das gibt uns noch mal zusätzlich Energie.“

Die Mission ist klar: Der BHC will zum ersten Mal überhaupt gegen Kiel etwas mitnehmen. „Wir haben das noch nie geschafft“, kennt Arnor Gunnarsson die Historie. Einen besseren Moment, den Bann zu brechen, kann es kaum geben: Gewinnen die Löwen, könnte das sogar den vorzeitigen sicheren Verbleib in der 1. Bundesliga bedeuten. Nach der Niederlage am Donnerstag kann der SC DHfK Leipzig auf keinen Fall mehr am BHC vorbeiziehen. Sollten Minden oder Wetzlar am Samstag verlieren, würde dem BHC ein Sieg im Dome – auch den gab es bisher noch nicht – reichen.

Eine schwierige Aufgabe, auch wenn sich die Kieler zuletzt nicht in herausragender Verfassung präsentiert haben. In der Bundesliga holte der Tabellenfünfte nur einen Punkt aus den jüngsten drei Spielen – zwei davon fanden gegen die abstiegsbedrohten Teams aus Leipzig und Wetzlar statt. Dafür gelang den Norddeutschen in der European League der Einzug ins Final Four, das am 29. und 30. Mai in Hamburg über die Bühne geht.

„Wir wissen natürlich um die Qualitäten von Kiel, so dass die letzten Ergebnisse für uns keine große Rolle spielen“, sagt Pütz. „Wir rechnen auch damit, dass der THW komplett antritt.“ Leistungsträger Elias Ellefsen a Skipagotu fehlte mit einer Schulterverletzung, auch Eric Johansson und Nikola Bilyk spielten zuletzt häufiger nicht. „Grundsätzlich sind die Kieler noch mit ihrem Stil unterwegs. Vor allem ohne Ellefsen a Skipagotu gehen sie nicht so viel ins Eins gegen Eins wie zum Beispiel Magdeburg oder Berlin“, sagt Gunnarsson. „Sie haben einfach viele Spieler, die gut bei Fernwürfen sind.“

Dem BHC hat die kurze Länderspielpause gut getan. Lars Kooij und Belal Massoud waren mit den Niederlanden beziehungsweise Ägypten international im Einsatz, der Rest des Kaders war da. Ein paar Spieler sind ein paar Tage krankheitsbedingt ausgefallen, Julian Fuchs hat eine Woche nicht trainiert, nachdem er beim 28:28 in Minden kurz vor Schluss mit dem Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausgefallen war. Gunnarsson gibt Entwarnung: „Er ist inzwischen wieder dabei und hat schmerzfrei durchtrainiert.“