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Wie digitale Zeiterfassung die Work-Life-Balance verbessern soll

Ratgeber : Wie digitale Zeiterfassung die Work-Life-Balance verbessern soll

Im Mai sorgte ein Urteil des EuGH für Aufregung, das die Arbeitgeber in Zukunft zur digitalen Zeiterfassung verpflichten soll. Für Arbeitnehmer kann dieses Urteil jedoch große Vorteile bringen, insbesondere bei der Verbesserung der Work-Life-Balance.

Dem Urteil war eine gerichtliche Auseinandersetzung in Spanien vorausgegangen. Der Europäische Gerichtshof entschied mit dem Urteil von 14. Mai 2019, dass die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet sind, die Arbeitszeiten der Mitarbeiter in Zukunft digital zu erfassen. Allerdings liegt es an den Mitgliedsstaaten selbst, wann dieses Urteil tatsächlich in nationales Gesetz umgewandelt wird. In Deutschland tut sich derzeit noch nicht viel. Allerdings sollten sich auch kleine und mittelständische Betriebe hierzulande bereits mit dem Thema digitale Zeiterfassung auseinandersetzen und entsprechende Softwaresysteme installieren. So sind sie bereits gerüstet, wenn das Gesetz kommt.

Welche Vor- und Nachteile bringt die digitale Zeiterfassung?

Arbeitgeberverbände monieren schon jetzt eine Rückkehr zur Stechuhr und zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Doch für Arbeitnehmer kann die korrekte Zeiterfassung im Zeitalter der ständigen Verfügbarkeit und der immer größer werdenden Flexibilität Vorteile haben. Derzeit werden unbezahlte Überstunden in vielen Unternehmen als selbstverständlich betrachtet. Wer jeden Tag pünktlich um fünf Schluss macht und abends geschäftliche Anrufe ignoriert, ist schnell schiefen Blicken ausgesetzt. Alleine in Deutschland kommen so jährlich Schätzungen zufolge bis zu fünf Milliarden unbezahlte Überstunden zusammen – während gleichzeitig die Zahl der Burnouts und anderer psychischer Krankheiten rasant steigt.

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Eine korrekte Erfassung der Arbeitszeiten würde dazu führen, dass diese längst üblichen Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz, dokumentiert sind und sich Arbeitnehmer besser wehren können. Arbeitgeber müssten für die Überstunden dann mehr Geld oder einen Freizeitausgleich anbieten, den Arbeitnehmer zum Sport oder einfach für mehr Zeit mit der Familie nutzen können. Besonders praktisch: Die digitale Zeiterfassung wird es auch möglich machen, beispielsweise abendliche zu Hause angekommene Anrufe oder eine Stunde zusätzliche Arbeit am heimischen Computer korrekt als Arbeitszeit zu erfassen.

Scheinargument Vertrauensarbeitszeit

Arbeitgeber argumentieren beim Widerstand gegen die digitale Zeiterfassung gerne mit der Vertrauensarbeitszeit, die Arbeitnehmern kürzere Arbeitstage und mehr Flexibilität ermöglicht. In einigen wenigen Fällen mag dies tatsächlich so sein. Doch Studien haben gezeigt, dass die meisten Arbeitnehmer mehr arbeiten als sie müssen - bis hin zur Selbstausbeutung. Unterm Strich gewinnt meist der Arbeitgeber. Letztendlich bleibt abzuwarten, wann das EuGH-Urteil in Deutschland wirklich umgesetzt wird. Doch für die meisten Arbeitnehmer dürfte eine korrekte Arbeitszeiterfassung für eine deutlich verbesserte Work-Life-Balance sorgen.