"Supercargo" in Wuppertal: E-Lastenräder für die Verkehrswende

E-Lastenradverkauf „Supercargo“ : Kind, Hund, Einkauf - da passt alles rein

Von schmal bis Combi, blau oder orange – im Verkaufsraum von „Supercargo“ steht die Vielfalt der „Fortbewegungsmittel“ der Zukunft: Lastenräder mit elektrischem Motor, die umweltfreundlich den Einkauf, die Kinder, den Hund oder gleich alles zusammen über Wuppertals Berge transportieren können.

„Für jeden Lebensentwurf gibt’s das passende Rad“, erklärt Inhaber Tobias M. Freitag. Der Wuppertaler lebt den Gegenstand seines Geschäfts seit Jahren. Fahrradfahren, nicht als Freizeitausgleichs, sondern als Fortbewegungsmittel, zwei Räder, Regen, Schnee, Sonne. Vor acht Jahren hat er sein Auto abgegeben. Jetzt hat er im Herzen der Nordstadt, in der Wiesenstraße 36, Wuppertals ersten Laden eröffnet, der ausschließlich Lastenfahrräder verkauft.

Der 57-Jährige ist in der Wuppertaler Zweiradszene längst kein Unbekannter. Ehrenamtlich hilft er bei den „Mirker Schraubern“ und sitzt am „Runden Tisch Radverkehr“.

Seit Mitte Juni kommt dann noch „Supercargo“ hinzu, sozusagen neben seinem eigentlichen Beruf als Systementwickler. „Ich habe einfach Freude daran, die Verkehrswende voranzutreiben“, erklärt Freitag seine Beweggründe, jeden Samstag von 10 bis 16 Uhr mit dem Verkauf und der Reparatur von Lastenrädern seinen Beitrag zu neuen Mobilitätsformen zu leisten. „Ich bin kein Kaufmann, ich bin Idealist“, sagt er über sich selbst.

Jeder kann seinen Beitrag zur eigenen Verkehrswende leisten - mit einem E-Lastenrad. Der Meinung ist zumindest Inhaber Tobias M. Freitag. Foto: Simone Bahrmann

Um diesen Idealismus weiterzutragen, berät er bei „Supercargo“ nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Umstieg vom Auto aufs Rad – besser noch Lastenrad – im Wuppertaler Alltag. Welche Routen sind für Anfänger geeignet, wie verhalte ich mich auf viel befahrenden Straßen? Was lässt sich mit dem Rad alles transportieren? Wo kann ich es abstellen? Gemeinsam mit seinen Kunden sucht er Lösungen, um Starthilfe zu geben für den Beginn ihrer persönlichen Verkehrswende, weg vom Auto, hin zum umweltfreundlichen Zweirad.

Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist ihm die staatliche Förderung, von der viele Wuppertaler, so vermutet der „Supercargo“-Inhaber, noch gar nichts wissen. „Wer sich privat ein elektrisch betriebenes Lastenrad zulegt, erhält derzeit vom Land NRW 1.000 Euro Zuschuss, bei gewerblichen Nutzen bis zu 2.500 Euro.“ Unterstützung von 30 Prozent oder maximal 1.000 Euro bei privatem Kauf eines E-Lastenrads sind wohl ein guter erster Anreiz, um über einen Umstieg nachzudenken.

Für diejenigen, die es bereits jetzt gerne etwas Konkreter hätten: Wer sich ein Lastenrad zulegen möchte, muss mindestens 3.400 Euro in die Hand nehmen, besser noch 5.000 Euro.

„Sieht man das Rad aber als Ersatz für das Auto an und nimmt die Förderung in Anspruch, ist die Summe nicht mehr so enorm“, beschwichtigt Tobias M. Freitag.

Und dieser Gedanke ist gar nicht so abwegig. Zwei Kinder, größere Einkäufe, ja sogar kleine Möbelstücke lassen sich per E-Lastenrad durchs Tal kutschieren. „Das Einzige, was man dann noch braucht, ist eine gute Regenjacke“, schmunzelt der „Supercargo“-Inhaber.

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