Silvester-Feuerwerk in Innenstädten: Verband pyrotechnische Industrie

Keine private Knallerei mehr an Silvester? : Verband pyrotechnische Industrie äußert sich zu Feuerwerk

Kein Feuerwerk mehr an Silvester in Wuppertals Stadtzentren? Das fordert die Deutsche Umwelthilfe. Jetzt meldet sich der Verband pyrotechnische Industrie zu Wort.

In einer Pressemitteilung erklärt der Verband pyrotechnische Industrie (VPI): „Wir lassen derzeit die genauen Feinstaubmengen prüfen. Nach derzeitigen Erkenntnissen kommen auf eine Brutto-Tonne Feuerwerk rund 250g Feinstaub.“

Die Deutsche Umwelthilfe hatte kritisiert, dass bis zu 5.000 Tonnen Feinstaub an Silvester freigesetzt würden. „Das ist utopisch, die Verkaufszahlen der Branche liegen bei rund 40.000 Brutto-Tonnen pro Jahr. Ziehen wir Verpackung und Hüllen ab, kommen wir auf eine Nettoexplosivmasse von lediglich 10.000 Tonnen, die überhaupt Feinstaub hervorrufen können. Das ergibt ca. zehn Tonnen Feinstaub PM10 durch Feuerwerk“, sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des VPI.

Zudem zweifelt der VPI an, dass es sich bei der Feinstaubbelastung zu Silvester um 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge handelt. „Diesen Vergleich hat man unbedacht vom Umweltbundesamt übernommen“, so Gotzen.

Der VPI weiderspricht den Darstellungen der DUH zur Schädlichkeit des Feinstaubs. „Anders als beispielsweise bei Verbrennungsmotoren, ist der Feinstaub aus Feuerwerkskörpern aufgrund seiner Eigenschaften wesentlich unbedenklicher. Partikel aus Feuerwerk sind wasserlöslich bzw. wasseranziehend und verschwinden daher sehr schnell nach der Immission wieder aus der Luft“, erklärt Dr. Fritz Keller, Sprecher für den Bereich Technik und Forschung vom VPI. „Und da sie überwiegend aus löslichen Salzen bestehen, können sie vom Körper aus der Lunge leicht wieder entfernt werden. Bei Rußpartikeln aus Dieselmotoren ist das hingegen nicht der Fall, da hier die Partikel wasserabweisend sind und die Partikel langwierig wieder aus dem Körper entgiftet werden müssen.“

Laut des VPI leitet die Deutsche Umwelthilfe die Basis ihres Rechtsgutachtens und der Argumentation aus empfohlenen Werten der Weltgesundheitsorganisation (20 μg/m³) ab, die in Deutschland als auch in der EU nicht angewendet werden. Hier gelten die Grenzwerte von 40 μg/m³ Luft im Jahresdurchschnitt. Diese dürfen insgesamt 35 Mal überschritten werden. „Alle von der DUH aufgeführten Städte liegen unter den aktuell rechtlich geltenden Grenzwerten. Die DUH nutzt hier augenscheinlich kleinere Werte, um die Bürger zu täuschen und zu ängstigen“, so Dr. Keller weiter.