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GWG: "Liegt noch einiges vor uns"

GWG: "Liegt noch einiges vor uns"

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) hat ihren 2014er Jahresabschluss vorgelegt. Die Entwicklung ist positiv. 2018 will man wieder schwarze Zahlen schreiben.

"Schwierig" ist der Wuppertaler Wohnungsmarkt, so GWG-Chef Oliver Zier. Die Mieten steigen seit 15 Jahren nicht, die Kosten für Investitionen in Gebäude aber durchaus. Wenig bis gar kein Mietwohnungsneubau ist die Folge — und das sei "ungesund". Zier: "In Zukunft muss es moderate und dauerhafte Mietpreissteigerungen geben."

5.900 Wohnungen hat die GWG — und sieht die Zukunft der Stadt sowie ihre eigene positiv: Die Eigenkapitalquote des 80-Mitarbeiter-Unternehmens geht wieder nach oben, die Verluste werden geringer — und man bildet sieben junge Leute aus, die weitgehend übernommen werden.

Die GWG-Häuser der Siedlung am Domagkweg stehen als Beispiel für erfolgreiche Schritt-für-Schritt-Modernisierung. Dieses Konzept will das Unternehmen fortführen — und ausbauen. Foto: GWG

Zier macht trotzdem deutlich: "Wir müssen dringend in die Gewinnzone zurück." Allerdings ist bereits eine stetige Verbesserung der Jahresergebnisse zu verzeichnen: 2012 machte die GWG 13 Millionen Verlust, 2014 nur noch 4,9 Millionen, 2015 sind 3,5 Millionen anvisiert — und im Jahr 2018 will man wieder im schwarzen Bereich sein.

Leere Wohnungen hat die GWG zurzeit etwa 360: Diese Zahl soll mit Modernisierungen, für die in Zukunft etwa 85 Millionen Euro eingeplant sind, deutlich gesenkt werden. Es geht dabei auch darum, Sanierungsrückstaus aus den Jahren 2009 bis 2012 aufzuholen.

Verkäufe hat die GWG nicht vor — im Gegenteil: Die Bestände will man nicht nur halten, sondern sie auch wieder etwas ausweiten (der "Wuppertaler Hof" in Barmen gehört jetzt der GWG) — und vor allem die Häuser in Schuss halten. Zier: "Es liegt noch einiges vor uns. 2014 war anstrengend, aber es sieht gut aus."

Großen Wert legt er auf einen wesentlichen GWG-Mosaikstein — das soziale (Mieter-)Management: "Das hat etwas mit der Bedeutung kommunaler Daseinsvorsorge zu tun. Uns geht es darum, unter Beweis zu stellen, dass diese soziale Dimension und gutes Wirtschaften gemeinsam realisierbar sind."

Soziales steht für die GWG auch beim Thema Flüchtlinge im Blickpunkt: "Viele Flüchtlinge, die von der Stadt bei uns untergebracht waren, möchten auch weiterhin bei der GWG wohnen", sagt Zier. Es gehe dabei vor allem um Menschen aus Syrien oder dem Irak, die langfristig in Deutschland bleiben können. Zier weiter: "Unsere Integrationsbereitschaft ist groß, und unsere Kooperationsmodelle mit der Stadt, der Diakonie und der Caritas funktionieren sehr gut."