1. Kultur

„In seiner eigenen Sprache“

„In seiner eigenen Sprache“

Mit dem Titel "Rufe in die Welt" sind jetzt die Manifeste und offenen Briefe des 1886 in Elberfeld geborenen Schriftstellers, Dichters und Menschenrechtlers Armin T. Wegner als Buch erschienen.

Ulrich Klan, Vorsitzender der in Wuppertal beheimateten internationalen Armin-T.-Wegner-Gesellschaft, freut sich im Gespräch mit der Rundschau ungemein: "Dieser Band macht endlich die 'Jahrhunderttexte' des politisch und ethisch engagierten 'Gerechten unter den Völkern' zugänglich. In seiner eigenen Sprache! Große Literatur!"

Auf den rund 250 Seiten von "Rufe in die Welt" gibt es beispielsweise Armin T. Wegners "Brief an Hitler", seinen "Offenen Brief an US-Präsident Woodrow Wilson, "Der Ankläger", "den "Brief an Liebknecht", den "Aufruf zur Gründung des Bundes der Kriegsdienstgegner" oder Wegners bisher ungedruckten "Brief an Gamal Abdel Nasser".

Diese und viele andere Texte zeigen, dass Armin T. Wegner bei der Beurteilung weltpolitischer Strömungen, Gefahren und Ereignisse seiner Zeit oft um ganze Jahrzehnte voraus gewesen ist. Und gerade jetzt, wo das ehrliche Wort "Völkermord" für die Vernichtung der Armenier durch die Türken vor genau 100 Jahren erstmals auch im Deutschen Bundestag offen und unverblümt ausgesprochen wurde, bekommen Armin T. Wegner und sein Werk eine weitere (aktuelle) Bedeutung: Wegner hat im Ersten Weltkrieg live miterlebt, was in der mit dem deutschen Kaiserreich verbündeten Türkei mit den Armeniern geschah. Und er hat nie dazu geschwiegen — damals nicht und später ebenso wenig.

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Übrigens: Zum Gedenken an die Armenier-Verfolgung läuft im "Café Ada" an der Wiesenstraße 6 noch bis zum 14. Juni 2015 eine multimediale Foto-Ausstellung, die unter anderem Bilder zeigt, die Armin T. Wegner 1915 und 1916 selbst entlang der Deportationswege der Armenier in Südostanatolien aufgenommen hat.