Briefe von Leserinnen und Lesern „Diese alten Bäume gehören zum Stadtbild“

Wuppertal · Der Vorstand des Wuppertaler Vereins „Zukunft und Natur“ nimmt Stellung zu der geplanten Fällung der verbliebenen fünf Linden auf dem Johannes-Rau-Platz vor dem Rathaus. Der Wortlaut.

Eine der Linden, die weichen sollen.

Foto: Achim Otto

„Mit großer Sorge haben viele Bürgerinnen und Bürger den Bericht über die geplante Fällung aller Linden auf dem Johannes-Rau-Platz vor dem Barmer Rathaus zur Kenntnis genommen. Diese Bäume prägen seit Jahrzehnten das Stadtbild und sind für viele Menschen ein wichtiger Teil der Identität dieses Ortes.

Dass die Stadt bei Fragen der Verkehrssicherheit handeln muss, steht außer Zweifel. Gleichzeitig wirft die im Artikel dargestellte ,Alternativlosigkeit‘ Fragen auf. Gerade weil die Ursachen der Standunsicherheit – zu geringer Wurzelraum und massive Bodenverdichtung – menschengemacht sind, sollte geprüft werden, ob es jenseits einer kurzfristigen Komplettfällung andere, differenziertere Lösungen gibt.

Diese alten Bäume gehören zum Stadtbild und erfüllen eine wichtige Funktion für den Hitzeschutz in der dicht bebauten Innenstadt.

Als Bürgerinitiative bitten wir daher um Transparenz und Beteiligung: Eine Einsicht in das zugrunde liegende Gutachten und die Planungen würde eine sachliche Diskussion ermöglichen. Ebenso sollte ernsthaft geprüft werden, wie der notwendige Wurzelraum von mindestens 18 Kubikmetern durch Entsiegelung, geeignete Pflasterungen mit Wasserrückhalt oder schrittweise Nachpflanzungen geschaffen werden kann. Auch ein behutsamerer Umgang mit Kronenschnitten und Einzelbäumen verdient aus unserer Sicht Beachtung.

Besonders kritisch sehen wir die sehr kurzfristige Ankündigung der Fällung ,in der kommenden Woche‘. Ein solches Vorgehen erzeugt Frust und den Eindruck, dass Stadtbild entgrünt wird, statt gemeinsam zukunftsfähig begrünt zu werden. Eine kurze Verschiebung der Entscheidung zugunsten von Beteiligung und transparenter Abwägung wäre ein wichtiges Signal an die Bürgerschaft.

Wir hoffen, dass Stadtverwaltung und Politik den Dialog suchen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lösungen entwickeln, die Sicherheit, Stadtbild und Klimaschutz gleichermaßen berücksichtigen.“

Jan Hendrik Wegermann, Claudia Tust-Follmann

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