Am Dienstagnachmittag hatte ich in Elberfeld zu tun und die Idee, mal eben zum Finanzamt zu gehen und Formulare für die Steuererklärung 2025 zu holen. Aber „mal eben“ in Verbindung mit dem Elberfelder (und vielleicht auch Barmer) Finanzamt – das gibt es nicht.
Als ich um 14:45 Uhr die heiligen Hallen im Erdgeschoß betreten wollte, öffnete sich die elektrische Tür nicht. Mein erster Gedanke: Sabotage – Stromausfall. Doch ein ahnungsvoller Blick auf den Hinweis mit den Öffnungszeiten bewies: Montag bis Mittwoch 8 bis 13 Uhr. Hier meine Frage an die Führungsriege des Amtes: Warum öffnet sich Sesams Tür nicht für Mitglieder der steuerzahlenden Bevölkerung, für die man die entsprechenden Formulare, bestens sichtbar, doch unerreichbar, auf einem Ständer im Vorraum deponiert hat? Eine zusätzliche Tür macht das Eindringen ins Innere der Festung unmöglich.
Gestört hätte die sich dann mitunter öffnende Tür niemanden, denn in den fünf Minuten, die ich zuerst fassungslos, dann verärgert, vor dieser hin und her lief, naiverweise eine Klingel suchend, deutete im dunklen Erdgeschoss nichts auf menschliche Existenz hin.
Auch an die Führungsriegen: Es ist schon 2026, und Grundzüge des Dienstleistungsgedankens dürfen auch in Ihre Amtsstuben Einzug halten! Aber ich möchte mich auch bedanken. Wofür? Für den vertrocknenden, vielen seiner Nadeln beraubten, nach wie vor festlich geschmückten Weihnachtsbaum am Fenster links des „zuen“ Einganges.
Frank Khan
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