Seit einiger Zeit ist meine Mutter auf einen Rollstuhl angewiesen. Damit sie ihre neue Umgebung rund um das Altenheim auf der Herichhauser Straße in Cronenberg kennen lernen kann, schiebe ich sie nun durch die Gegend. Seit kurzem hat sie auch einen Elektrorollstuhl, damit sie selbstständig ausfahren kann.
Bei unseren über Übungsfahrten mussten wir leider feststellen, dass Wuppertal ganz und gar nicht auf Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer eingestellt ist. So gibt es immer wieder Bordsteinkanten, die zwar abgesenkt, aber immer noch deutlich zu hoch sind, um selbstständig mit dem E-Rollstuhl auf den Bürgersteig fahren zu können.
Ein gutes Beispiel ist die ohnehin sehr holprige Hütter Straße. Fährt man diese vom Altenheim aus hinauf und möchte dann links auf die Hauptstraße, kann der elektrische Rollstuhl nicht auf den Bürgersteig fahren, weil die Bürgersteigkante zu hoch ist. Es gibt einige dieser Stellen in ganz Wuppertal.
Dazu kommt, dass (ältere) Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer viele Bürgersteige deswegen nicht befahren können, weil sie zu uneben und schadhaft sind. Ein Beispiel hierfür ist die Herichhauser Straße. Zudem werden Bürgersteige häufig durch Autos zugeparkt, so dass Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sich kaum trauen, daran vorbei zu fahren, weil sie Angst davor haben, einen Kratzer in des Deutschen höchstes Konsumgut gut zu ratschen.
Zusammenfassend stelle ich also fest, dass es auf Wuppertal Straßen in Sachen Inklusion eher schlecht bestellt ist. Wuppertal ist eben exklusiv.
Susanne Schönwetter
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