Habe ich beim Lesen des zitierten Artikels ein Déjà-vu gehabt? Ich bin im August letzten Jahres umgezogen, musste also die Adressänderung bei Ämtern melden = Einwohnermelde- und Straßenverkehrsamt. Bei Ersterem hatte ich Glück und Termin, bei Zweiterem habe ich online mindestens 30-mal versucht, einen Termin für das Ummelden von zwei KFZ zu bekommen, Satz mit X. Dann mehrfach für nur ein KFZ, bald gab‘s den Termin am 12. Dezember 2025.
Anfahrt mit eigenem PKW, kostenlosen Parkraum gab‘s mal auf Lichtscheid. Vom Parkhaus zur Bundesbahndirektion – die Freitreppe ist was für Fitte – Eintritt ins Prachtgebäude, innen der Charme der frühen 60er Jahre, wie gewünscht 15 Minuten vor meinem Termin bin ich da.
Ah, zwei Anmeldekonsolen, ich soll in die meinen Zugangscode eintippen. Nach dem dritten Versuch sagt einer der vier stämmigen Securitys: „Dat funktioniert nur fürs Einwohnermeldeamt, wo wollen sie hin? Da müssen Sie zum StVA-Infoschalter!“ Etwa 15 Personen stehen da schon, eine Mitarbeiterin bittet: „Stellen Sie alle sich rechtsrum an.“ Jetzt stehen wir alle laut Schild am Schalter für Abmeldungen, das scheint niemand zu stören außer diejenigen, die Fahrzeuge abmelden wollen …
Ich bekomme wie alle eine Vorgangsnummer zugeteilt. Die zwei hoch oben schwebende Anzeigetafeln zeigen die Nummern an, Achtung: nicht hintereinander, sondern wild durcheinander. Bei allen Wartenden entwickelt sich der starre Dauerblick „Schlange auf Kaninchen“, keiner will seinen Aufruf verpassen.
Pünktlich zu meiner Terminzeit plus 25 Minuten werde ich aufgerufen. Ich bitte die nette Sachbearbeiterin: „Eigentlich wollte ich zwei KFZ ummelden, habe aber nach etlichen Versuchen nur einen gekriegt, können Sie …“ Antwort: „Selbst wenn ich wollte, könnte ich das nicht, wir haben Personalknappheit!“ (Satz mit X.) Na, wenigstens den PKW habe ich umgemeldet.
Die abschließende Parkgebühr 3,50 Euro für ‘ne Stunde StVA fand ich angemessen – mir wurde ja was geboten: „Satz mit X“. Nachwort: Am 16. Dezember 2025 hatte ich eine Verkehrsordnungswidrigkeit wegen der „nicht unverzüglichen“ Änderungsmitteilung im Briefkasten: X = 15 Euro. Na also, Wuppdika …
Thomas Krösel
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