Wie das schon beginnt: mit Liebesschmerz, aktustisch-musikalischem und tänzerischem Zauber, Gänsehaut. Und so geht es weiter. Doch die Trauer, die ja so intensiv in der portugiesischen Chanson-Form Fado kristallisiert wird, überwiegt nie. „Masurca Fogo“ lässt dem Lachen, dem Lächeln, der Leichtigkeit ganz viel Platz.
Ebenso wie der Schönheit: Zwei großartige Soli gibt es – eines von Christopher Tandy, eines von Ditta Miranda Jasjifi, beide begleitet von zwei Fados, die einen zu Tränen rühren können. Überhaupt, die Musik: Atemberaubend das lange und intensive Bühnengeschehen zu einer außergewöhnlichen Instrumental-Komposition nach „Das Model“ von „Kraftwerk“. Das gräbt sich ein.
Apropos das Ikonische: Jene durch Julie Shanahan legendäre Szene mit dem Kleid aus orangeroten Luftballons ist auch (jedenfalls in der Aufführung am 27. Januar) mit Taylor Drury wunderbar witzig. Nur eine etwas kraftvollere Stimme würde man ihr wünschen.
Umarmt getanzt wird viel – auf der Bühne, auf den wechselnden riesigen Video-Installationen, die oft den gesamten Raum füllen. Da tost auch das brüllend-wilde Meer, rennen Rinder, fahren Menschen Zug, und Blüten knospen im Zeitraffer.
„Masurca Fogo“ ist, selbst im zwischen Frauen und Männern nie zu vermeidenden Schmerz, eine zärtliche Reise. Durch die Seele, durch die Welt. Mit einem echten Huhn, mit einem unechten Walross. Ein bisschen erinnert das alles an „Água“: Portugal schmeckt ein wenig wie Brasilien – und umgekehrt. Alles fließt, alles fliegt. Und alles ist, ganz unaufdringlich, sehr erotisch.