Freischlader gehört seit Jahren zu den bekanntesten Bluesrock-Gitarristen Deutschlands. Als Sänger, Gitarrist, Songwriter und Produzent hat er sich mit seinem charakteristischen Sound weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht.
Für die aktuelle Tour hat Hendrik Freischlader eine neue Band zusammengestellt: Leon Mucke (Drums), Gregor Sonnenberg (Bass) und Dave Warmerdam (Keys) begleiten ihn auf der Bühne. Am neuen Studioalbum arbeiten sie derzeit gemeinsam. Im Gespräch mit der Rundschau erzählt Freischlader, was das Publikum bei der Tour erwartet, wie er seine Setlists zusammenstellt und warum Blues für ihn alles andere als traurig ist.
Rundschau: Was erwartet das Publikum beim nächsten Konzert, eher Blues pur oder auch andere Einflüsse?
Freischlader: „Blues mit Einflüssen von Rock, Soul und Funk! Wir haben für die Tour eine ganz neue Setliste zusammengestellt und spielen sogar schon Stücke von unserem neuen Album ,Precious Time’. Außerdem auch Songs von älteren Alben, die ich noch nie live gespielt habe.“
Rundschau: Gibt es Songs, die auf keinem Konzert fehlen dürfen?
Freischlader: „Dieses Mal habe ich fast alles ausgetauscht und mich besonders auf Songs konzentriert, die ich schon immer mal live spielen wollte. Natürlich gehen wir auch auf die Wünsche unserer Fans ein.
Rundschau: Spielen Sie lieber in großen Hallen oder in kleineren Clubs, wo man näher am Publikum ist?
Freischlader: „Wir spielen eigentlich überall gerne! Kleinere Clubs haben einfach eine tolle Atmosphäre, der Sound ist sehr direkt – und auch der Kontakt zum Publikum. Aber auch große Festivals oder zum Beispiel Support-Gigs sind gut für uns, um neue Fans zu gewinnen. In Wuppertal spielen wir immer sehr gerne im Haus der Jugend.“
Rundschau: Wie sind Sie ursprünglich zum Blues gekommen und gibt es Musiker, die Siebesonders geprägt haben?
Freischlader: „Ja, Gary Moore hat mich damals sehr geprägt. Ich war 14, als ich zum ersten Mal sein Album ,After Hours‘ gehört habe, und bin durch ihn zum Blues und zum Gitarrespielen gekommen.“
Rundschau: Erinnern Sie sich noch an den Moment, in dem Sie gemerkt haben: Musik wird mein Beruf?
Freischlader: „Das war ein fließender Übergang damals nach der Schulzeit. Ich hatte meine ersten Gigs schon währenddessen und habe irgendwann gemerkt, dass es genau das ist, was ich gerne machen möchte. Und seitdem habe ich es einfach gemacht!“
Rundschau: Blues gilt ja oft als eher als melancholisch. Was meinen Sie, macht Blues eher traurig oder hilft er eher dabei, Dinge zu verarbeiten? Und warum ist Blues so zeitlos?
Freischlader: „Blues macht eigentlich gar nicht traurig, mich zumindest nicht. Oft sind die traurigsten Songs die größte Hilfe, um sich besser zu fühlen. Weil man sich mit seinen Problemen nicht mehr allein fühlt. Der Blues hat eine unglaubliche Kraft und ist eine universelle Sprache.“