Aus dem Tagebuch der Redaktion: Richtige Worte für falsche Neun

Aus dem Tagebuch der Redaktion : Richtige Worte für falsche Neun

Manchmal ist man ja ein Fachidiot. Zum Beispiel in Sachen Sport. Da rufe ich doch neulich in den Redaktions-Raum hinein, dass unser Handball-Bundesligist BHC heute in Mannheim gegen die Flügelzange der deutschen Nationalmannschaft spielen muss, die bei der Weltmeisterschaft so beeindruckt hat.

Replik vom überwiegend weiblich besetzten Tisch gegenüber: "Was ist denn eine Flügelzange? Ich kenne nur Geflügelzange ..."

Diese für sportaffine Menschen eher erstaunliche Wissenslücke kann man mit Hilfe eines Zeichenblocks und einiger anschaulicher Beispiele ja noch relativ einfach schließen. Enger wurde es bei folgendem Zwischenruf vom selben Tisch, mit dem eine Kollegin während des Korrekturlesens eines Artikels über den WSV überraschte: "Was ist denn die Position neuneinhalb?", hinterfragte sie eine Passage, die darauf hinwies, dass Neuzugang Karoj Sindi auch diese Rolle spielen könne.

Jetzt helfen Sie uns mal: Wie erklärt man Menschen, die im Leben deutlich häufiger "Nelken" von Pina Bausch als Fußballspiele geguckt haben, die modernen taktischen Entwicklungen im Hinblick auf die Besetzung des Sturmzentrums? Hinweise wie: "Das ist im Prinzip dasselbe wie die falsche Neun" oder "Stell Dir vor, man verschiebt die hängende Spitze Richtung Halbposition" haben uns da nicht weitergebracht. "So wie Götze beim Siegtreffer im WM-Finale" schien mir eigentlich noch am anschaulichsten, aber irgendwie guckte ich da immer noch in leere Augen.

Kurz danach war übrigens Super Bowl. Ich hätte den Kolleginnen gerne über die entscheidende Interception durch Patriots-Safety Butler erzählt, die der Seahawks-Quarterback durch den fatalen Fehler ermöglicht hat, wenige Meter vor der Endzone seinen Running Back nicht einzusetzen. Aber ich glaube, das kriegen wir erst nächstes Jahr hin...

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