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Rundschau-Kommentar zur Verkehrspolitik in Hünefeldstraße​

Kommentar zur Hünefeldstraße : Ein Konzept ist noch lange keine kluge Politik

Ich habe Probleme mit der Stellungnahme der Grünen zur Hünefeldstraße. Ihr Grundton will mir nicht gefallen. In dem Text wird zwar manches Problem benannt. Trotzdem klingt das Belehrende durch – und am Ende gibt es die Vision einer allseits verkehrsberuhigten Zukunft.

Genau dazu darf ich einen Kollegen zitieren, der die betroffene Strecke als Radfahrer vielfach nutzt. Er sagte am Donnerstag, er werde sich „auf keinen Fall als rollende Verkehrsberuhigung benutzen lassen“ – und weiter den rot markierten Radweg (der rechtlich betrachtet nicht mehr existiert) befahren. Dazu passt, dass die Mehrheit der Kritiker der neuen Hünefeldstraßenregelung Radfahrer sind.

Das ist ein entscheidender Punkt. Es gibt Situationen, bei denen sich zeigt, dass Gutes – wie der Zweirichtungsverkehr für Fahrräder in Einbahnstraßen – nicht überall ideal ist. Kluge Politik reagiert auf so etwas. Das ist nicht etwa „Einknicken vor dem Druck der Straße“, sondern Bürgernähe. Kluge Politik funktioniert nicht, indem man ein Konzept beschließt und es dann – auf die Mehrheit beim Beschluss pochend – einfach überall umsetzt. Kluge Politik funktioniert mit Flexibilität. Die sehe ich hier nicht.

Ebensowenig wie den politischen Mut der Mehrheit, das Ganze grundsätzlich zu lösen: Mit zwei (für Radfahrer freien) Busspuren auf der B7 in Unterbarmen. Das wäre wahrlich ein Signal!