Nun werden wir einen Nachfolger küren, und bis vor ein paar Tagen fiel mir meine Entscheidung leicht, denn ich hatte ganz klar Finnland als Sieger auf dem Schirm. Seit aber Australien einen solch grandiosen, exakt durchgetakten und makellosen Auftritt absolvierte, mischen sich diese Karten neu. Alle vor Ort sprechen darüber, und man kann auch sagen, es ist derzeit das heißeste Duell in der ESC-Szene in Wien. Die Prognosen überschlagen sich!
Der aktuelle Stand ist, dass Finnland bei den Buchmachern mit einer hohen Siegwahrscheinlichkeit vorne liegt und der Song „Liekinheitin“ (Flammenwerfer) von Linda Lampenius & Pete Parkkonen den 71. ESC in den hohen Norden bringen könnte. Die Kombination aus dem virtuosen Geigenspiel von Linda und Petes einfühlsame tolle Stimme kommt überall extrem gut an. Es ist dieser in finnischer Sprache gelungener Mix voller Energie und wirklich großem künstlerischem Anspruch, der das Televoting und die Jurys ansprechen werden.
Australien hat sich aber eben nach dem zweiten Halbfinale zum gefährlichsten Konkurrenten entwickelt. Die Sängerin Delta Goodrem und ihr Song „Eclipse“ wird so derart fantastisch auf der Bühne präsentiert, dass man drei Minuten voll gebannt der Performance beiwohnt, sei es am TV oder in der Halle. Delta ist übrigens kein Newcomer, sondern ein Weltstar, und ihre Performance wird als „makellos“ beschrieben. Besonders die Jurys werden den Song lieben. In den Wettquoten ist sie bereits auf Platz zwei geklettert und gilt angeblich laut Wettanbieter die klare Favoritin für den Sieg im Jury-Voting.
Nun habe ich mich aber trotzdem entschieden, mitten im Schreiben dieses Artikels, dass ich Finnland auf meinem 1. Platz lasse. Vielleicht liegt es daran, dass ich Australien doch zu makellos finde ohne Ecken und Kanten.
Es ist sehr schwer dieses Jahr, da es viele gute Songs gibt, die in ihren Arrangements sehr unterschiedlich sind. Für jeden ist etwas dabei. Mein feuriges Herz bekommt aber auf jeden Fall unsere Sarah Engels, die ich absolut super finde. Alles, wie sie das hier in Wien macht, ob gesanglich oder persönlich in Gesprächen mit der Presse und dem Publikum. Bravo, Sarah, total super!
Sarah wird es aber trotz super Performance schwer haben. Ich drücke ihr die Daumen und hoffe auf einen dritten Sieg von Deutschland im ESC, doch man muss realistisch bleiben und tippe auf Platz 15. Feuer auf der Bühne gibt es übrigens dieses Jahr beim ESC sehr viel. Gefühlt sehe ich bei jedem Auftritt irgendwelche Feuerwerfer und Flammen.
Meine persönliche Top 5 ist auf jeden Fall Frankreich, Finnland, Albanien, Italien und Malta. Frankreich war ursprünglich mein persönlicher Favorit seit dem ersten Hören des Songs vor ein paar Wochen, aber glaube nach der Woche in Wien nicht mehr an einen französischen Sieg. Das hat nichts mit dem Lied und der super sympathischen erst 17jährigen „Monroe“ zu tun. Nein, es liegt nicht an dem Song, der wirklich ein musikalisch starker, dramatischer Chanson-Pop ist mit Opern-Elementen. Ein französischer Sieg bleibt jedoch wahrscheinlich aus, da so eine Art von Siegern nach den ähnlichen vergangenen zwei Jahren im Opern-Pop ausbleiben wird, denn das Publikum, fühle ich, sucht einen neuen ESC-Hype.
Nun gebe ich aber auch mal meinen Tipp ab. Hier ist meine Top 10:
- Finnland
- Australien
- Israel
- Frankreich
- Italien
- Dänemark
- Griechenland
- Bulgarien
- Rumänien
- Kroatien
... und dann folgen 11. Ukraine, 12. Albanien, 13. Zypern, 14. Malta bis 15. Germany!
Hier die komplette Startreihenfolge für das ESC-Finale 2026 in Wien:
Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før Vi Går Hjem“
Deutschland: Sarah Engels – „Fire“
Israel: Noam Bettan – „Michelle“
Belgien: Essyla – „Dancing on the Ice“
Albanien: Alis – „Nân“
Griechenland: Akylas – „Ferto“
Ukraine: Leleka – „Ridnym“
Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“
Serbien: Lavina – „Kraj meine“
Malta: Ai Dan – „Bella“
Tschechien: Daniel Zizka – „Crossroads"
Bulgarien: Dara – "Bangaranga“
Kroatien: Lelek – „Andromeda“
Vereinigtes Königreich: Look Mum No Computer – „Eins, Zwei, Drei“
Frankreich: Monroe – „Regarde!“
Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
Polen: Alicja – „Pray“
Litauen: Lion Ceccah – „Sólo quiero más“
Schweden: Felicia – „My System“
Zypern: Antigoni – „Jalla"
Italien: Sal Da Vinci – „Per sempre sì!“
Norwegen: Jonas Lovv – „Yq Ya Ya“
Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“
Österreich: Cosmó – „Tanzschein“
Also, eines weiß ich: Ganz egal, wer gewinnt, jeder findet seinen Lieblingssong und sollte ihn genießen. I'm on fire, fire, viele musikalische Grüße aus Wien, der Euro-music-Peter!