Der ESC 2019: Blog des Wuppertaler Musikexperten Peter Bergener

ESC-Blog des Wuppertaler Musikexperten Peter Bergener : Holland, Schweden, Schweiz, Italien vorn ...

Das Motto des diesjährigen „Eurovision Song Contest 2019“ in Tel Aviv heißt „Dare to Dream!“, also „Trau' Dich zu träumen!“ Und ja, ich träume mal wieder von „Germany 12 Points“. Doch diesen Traum haben auch noch andere 40 Länder beim diesjährigen ESC …

Damit man die Konkurrenz schon einmal kennen lernen kann, gibt es nun von „Universal Music“ den ESC-Sampler zu kaufen. Auf zwei CDs, also knapp mehr als zwei Stunden Musik, warten alle Songs, um gehört zu werden. Bisher liegen Holland, Schweden, Schweiz, Italien und Russland bei den Wettbüros vorne, aber das kann sich noch ändern.

Dieses Jahr, und das gefällt mir, gibt es keinen absoluten Favoriten. Ich könnte mir vorstellen, dass es am Finalabend (18. Mai 2019) sehr spannend wird und es eventuell keinen haushohen Sieger gibt, sondern vielleicht ein Sieg nur mit einem Punkt Unterschied.

Das hat es schon mal gegeben: Kaum ein Sieg beim „Eurovision Song Contest“ war so knapp und spannend wie der von Céline Dion im Jahr 1988. Damals feierten die Briten bereits vor der letzten Punktevergabe ausgelassen ihren sicher geglaubten Sieg, doch die Punkte aus dem damaligen Jugoslawien brachten alles durcheinander: sechs Punkte für die Schweiz und kein Punkt für United Kingdom, also fast ein damaliger ESC-Brexit!

Damit holte Dion mit nur einem Punkt Vorsprung den Sieg für die Schweiz. Ihr französischer Beitrag „Ne partez pas sans moi“ sowie die imposante Stimme hattem das Publikum überzeugt. Der Sieg war der Beginn der Weltkarriere der grandiosen Sängerin, die schon damals sich getraut hat zu träumen – und deren Traum wahr geworden ist.

Doch zurück in die Gegenwart im Jahr 2019 und zum CD-Sampler: Alle 41 Lieder habe ich bereits in der Schankwirtschaft „Marlene“ zusammen mit dem Inhaber Uwe Dresen angehört, mit dem ich das Hobby Musik seit Jahrzehnten leidenschaftlich teile. Natürlich hören wir uns die Lieder in den kommenden Wochen öfters an, doch unser Fazit vom ersten Reinhören in die CD ist, dass wir nicht unbedingt nur von den Favoriten aus dem Wettbüro begeistert sind.

Uns gefällt eben auch, nicht nur englische Songs zu hören. Das alles bekommt man dieses Jahr auch beim ESC geboten: Albanien, Italien, Slowenien, Island, Portugal und noch einige andere singen in ihrer Landessprache. Diese Sprachen zu hören ist das, was Uwe und mir gefällt.

Die Single, mit der Celine Dion ihren Durschbruch schaffte. Foto: Carrere

Außerordentlich interessant fanden wir beide den Georgier Oto Nemsadze mit dem Song „Keep on going“. Auch wenn der Titel sich nach einem englischen Song anhört, ist dieser überraschenderweise doch mehr in Georgisch und teilweise in Abchasisch gesungen. Dies ist eine nordwestkaukasische Sprache, die laut Wikipedia in Abchasien, Georgien, in der Türkei, Russland und in einigen anderen Ländern mit abchasischer Diaspora gesprochen wird.

Wow, solche Dinge aus anderen Kulturen kennen zu lernen ist auch das, was mir am ESC eben gefällt. Ob Georgien ins Finale kommen wird, das kann ich noch nicht sagen, denn da muss ich auch erst vor Ort die Proben und Pressekonferenzen erleben. Ich bin gespannt, inwieweit sich überhaupt meine Meinung zu meinen fünf persönlichen Favoriten in den nächsten drei Wochen meiner Berichterstattung ändern wird.

Mein Fazit für heute: Ich kann die CD nur haushoch empfehlen und sende Euch allen musikalische Grüße. Euer Euro-Music-Peter!

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