ESC-Blog der Wuppertaler Rundschau

Der ESC-Blog des Wuppertaler Musikexperten Peter Bergener: Sechs Kandidaten, ein Flugticket

Ein frohes neues Jahr 2019 wünsche ich allen Leserinnen und Lesern der Wuppertaler Rundschau. Im Hinblick auf den ESC, der in Israel (Tel Aviv) stattfinden wird, denke ich beim Schreiben dieses Artikels an ein wunderschönes hebräisches Lied, welches ich schon in meiner Jugend geliebt habe.

Es heißt "Bashana haba'ah". Der Text der deutsche Version, gesungen von Daliah Lavi, lautet: "Dieses Jahr, dieses Jahr, bringt es Frieden und Glück? Lässt es Tränen und Kummer vergehen? Dieses Jahr, dieses Jahr, macht es wahr, endlich wahr, dass die Menschen sich alle verstehen."

Darum liebe ich auch den ESC, der in seiner Grundidee der Völkerverständigung dient, und an einem einzigen Abend mehr als 200 Millionen Menschen vor dem Bildschirm lockt. Nicht umsonst heißt auch der diesjährige Slogan des ESC "Dare to Dream" ("Wage zu träumen"). Der neue Slogan repräsentiere und symbolisiere alles, worum es beim Eurovision Song Contest gehe, sagte Jon Ola Sand, "Executive Supervisor" des ESC. "Es geht um Inklusion, um Vielfalt und um Einheit." Aber vor allem solle er die Künstler inspirieren und ermutigen, den Traum von einem Sieg beim ESC zu wagen. "Sei mutig, sei selbstbewusst..

Und nun wage ich zu träumen, dass wir 2019 wieder so einen hervorragenden Song und Künstler für Deutschland finden werden, denn im vergangenen Jahr hatten wir mit Michael Schulte einen hervorragenden vierten Platz erreicht. Jetzt stellt sich die Frage, wer wird der Nachfolger beim ESC?

Vielleicht einer von ihnen: Aly Ryan, BB Thomaz, Linus Bruhn, Gregor Hägele, Lilly among clouds und Makeda.

Michael Schulte bei den Proben zum ESC-Clubtreffen im Kölner Gloria-Theater. Foto: Bergener

Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten, die bereits feststehen und bei "Unser Lied für Israel” im Februar antreten. Das genaue Datum der Vorentscheidung, die wie im letzten Jahr in Berlin stattfinden wird, gibt der NDR noch bekannt.

Hier einen kurzen Überblick der sechs Künstlerinnen und Künstler, die durch das Votum der beiden Jurys (100 Mitglieder des so genannten Eurovisions-Panel und 20 internationale Experten) aus 965 Bewerbern ausgewählt worden sind:

Aly Ryan, die in Oberursel geboren wurde und mittlerweile in Los Angeles lebt, wagte bereits mit 16 Jahren den Sprung nach Amerika, um ihre Karriere voranzutreiben. Anfang des letzten Jahres veröffentlichte sie ihre Debütsingle "No Parachute", die in Deutschland erfolgreich in den Top 10 landete.

BB Thomaz kommt aus unserer Nachbarstadt Düsseldorf und schaffte es 2017 bis ins Finale von "The Voice of Germany". Die Sängerin bekam 2016 den "Deutschen Rock und Pop Preis" unter anderem für ihren Song "Don't go missing", bei dem sie mit dem US-amerikanischen Grammy-nominierten Songwriter/Produzent Kyle K2 Stewart II zusammenarbeitete.

Linus Bruhn, 1998 in Hamburg geboren, ist ein Sänger und Songwriter, der von 2008 bis 2013 den kleinen Tarzan im gleichnamigen Hamburger Musical spielte. 2015 nahm er an "The Voice of Germany" teil und wurde von der Sängerin Stefanie Kloß gecoacht. Seit 2015 besteht auch sein YouTube-Channel mit einer Sammlung von mehr als drei Millionen Klicks.

Gregor Hägele aus Stuttgart erreichte 2017 das Halbfinale der Show "The Voice of Germany" und sang sich vor allem mit gelungenen Ed-Sheeran-Covern in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Seine Leidenschaft sind deutsche und englische Popsongs.

Lilly among clouds, die mit bürgerlichem Namen als Elisabeth Brüchner im Jahre 1990 in Straubing geboren wurde, ist in einer musikalischen Familie in Niederbayern aufgewachsen. Sie spielt Klavier, schreibt ihre Songs selbst und ist mittlerweile beim Label PIAS Recordings untergekommen und veröffentlichte hier ihr Debütalbum "Aerial Perspective”.

Makeda wurde 1990 in Bonn geboren und hat ihre familiäre Wurzeln in Trinidad in der Karibik. Die Sängerin und Songwriterin, die neben Klavier auch Gitarre und Bass spielt, war mit ihrer Band "Steal A Taxi" als Kulturbotschafterin in China unterwegs und wurde in das renommierte Nachwuchsförderprogramm "Popcamp" aufgenommen. Außerdem stand sie erfolgreich im Musical "Bodyguard" in Köln in der Hauptrolle auf der Bühne.

Alle sechs Musikerinnen und Musiker nahmen an einem "Song Writing Camp teil", bei dem sie gemeinsam mit 24 nationalen und internationalen Textern, Komponisten und Produzenten Lieder für den ESC entwickelten. Auf Grundlage dieses Materials wurde dann miteinander entschieden, welcher Song für wen der richtige ist und wie er inszeniert werden kann.

Im vergangenen Jahr entstand bei dieser Gelegenheit Michael Schultes Hit "You Let Me Walk Alone”. Hoffen wir, dass uns dieses Jahr ein vergleichbarer Erfolg gelingt. Die Kandidaten und die Songwriter geben alles dafür! Und ich singe weiter "Dieses Jahr, dieses Jahr" und glaube fest daran, dass wir einen Supersong für 2019 finden werden ganz nach dem Motto des ESC "Dare to dream".

Euch allen musikalische Grüße und alles Gute, Glück und Gesundheit für das neue Jahr. Euer Euro-Music-Peter!

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