Die Stimmen nach dem Spiel BHC-Sportchef Gutbrod: „40 schlechte Minuten“

Wuppertal · Eigentlich wollte der Handball-Bundesligist Bergischer HC beim ThSV Eisenach und dessen Ex-BHC-Coach Sebastian Hinze zumindest einen Punkt mitnehmen. Eine ganz schwache erste Halbzeit verhinderte das. Die Stimmen.

Die BHC-Trainer Markus Pütz (li.) und Arnor Gunnarsson.

Foto: Dirk Freund

Markus Pütz (Trainer Bergischer HC): „Die erste Halbzeit hat uns das Genick gebrochen. Mit der Moral in der zweiten können wir zufrieden sein. Wenn man auf die Anzahl der technischen Fehler schaut, wird es schwer, Punkte in der Bundesliga mitzunehmen. Das sind viel zu viele – auch ohne Not. Das erklärt auch den Acht-Tore-Vorsprung für Eisenach.

In der zweiten Halbzeit fehlte uns auch etwas Spielglück. Da landeten Abpraller wieder beim Gegner. Vielleicht hätten wir nach hinten raus noch etwas mehr Spielzeit gebraucht. Leider machen wir einen technischen Fehler, als wir auf ein Tor rankommen können. Das ist schade, aber wir haben eine junge Mannschaft. Da müssen wir draus lernen. Insgesamt ist es mit den technischen Fehlern natürlich zu viel."

Sebastian Hinze (Trainer ThSV Eisenach): „Wir wollten das Spiel gewinnen. Das haben wir geschafft. Deshalb bin ich sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit decken wir überragend, haben einen guten Rückzug und drücken selbst im Tempospiel. Wir hatten auch Fehler dabei, haben aber nicht aufgehört und immer wieder gedrückt. Die erste Hälfte war extrem zufriedenstellend.

In der zweiten Halbzeit machen wir da weiter, decken gut, haben aber etwas mehr Pech in Situationen, in denen wir in der ersten Hälfte defensiv noch erfolgreich waren. Wir schaffen es dann nicht, in der Phase offensiv so zu agieren wie vorher. Wir verzetteln uns auch immer mehr im Innenblock, statt in der Breite anzugreifen. Dann wird es noch mal eng.

Uns fehlte die 100-prozentige-Konsequenz. So läuft es manchmal. Und dann muss man der Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie es geschafft hat, das Spiel zu ziehen am Ende. Das ist nicht selbstverständlich in einem Spiel, das immer enger wird."

Fabian Gutbrod (Sportlicher Leiter Bergischer HC): „Es war sehr schwer zu akzeptieren, dass wir mit acht Toren Rückstand in die Pause gehen – aufgrund der 14 technischen Fehler. Wir haben Eisenach ganz häufig die Möglichkeit gegeben, im Tempospiel zum Erfolg zu kommen. Das lag nicht daran, dass sie herausragend gedeckt haben, sondern daran, dass wir die Bälle ohne Druck verloren haben.

Wir kommen dann mit einer Riesenhypothek in die zweite Halbzeit. Zu Beginn ist es auch nicht so viel besser. Unter dem Strich kann man sagen, dass 40 schlechte Minuten und 20 Minuten, die annähernd so waren, wie wir uns das vorstellen, eben nicht reichen, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen.

Dass es dann am Ende noch mal eng wird, liegt auch an der fehlenden Konsequenz auf Eisenacher Seite. Es muss in den letzten 10 bis 15 Minuten alles perfekt laufen. Das tut es nicht. Wenn man etwas Positives herausziehen möchte, ist es die Tatsache, dass wir nicht aufhören. Das hilft aber nur bedingt."