Vor rund 200 Fans in der heimischen Alfred-Henckels-Halle verschaffte sich das Team von Trainerin Maren Wichardt damit eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in zwei Wochen. Erstmals seit 2010 könnte wieder ein Cronenberger Team in die dritte Runde auf europäischer Bühne einziehen.
Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine Partie mit enormer Intensität. Die Gäste aus Venetien zeigten sofort ihre Konterstärke, doch RSC-Torhüterin Lara Immer entschärfte bereits nach 20 Sekunden die erste Großchance. Bei dem offenen Schlagabtausch hätten auch die „Dörper Cats“ früh in Führung gehen können. Yolanda Kahmann, die zuletzt in der Bundesliga gegen Düsseldorf sechs Mal getroffen hatte, scheiterte jedoch zunächst aus kurzer Distanz. (Bilder)
RSC-Frauen im Europapokal
In der Anfangsphase prägten vor allem die beiden starken Torfrauen das Geschehen – nach zehn Minuten stand es trotz Chancen auf beiden Seiten noch torlos. Die Cronenbergerinnen agierten mutig, mussten aber aufpassen: Nach einer Viertelstunde standen bereits vier Teamfouls auf der Anzeigetafel.
Die Erlösung folgte Mitte der ersten Halbzeit. Yolanda Kahmann antizipierte einen italienischen Aufbaufehler und vollendete ihren Sololauf eiskalt zum 1:0 (15.). Die Führung gab Sicherheit, auch wenn Lara Immer im Gegenzug erneut ihr ganzes Können aufbieten musste, um den Ausgleich zu verhindern.
Doch die Cats blieben gefährlich. Fünf Minuten vor der Pause setzte sich Kahmann auf dem rechten Flügel durch und bediente im Zentrum Lea Seidler, die zum 2:0 vollendete (20.). Mit diesem Vorsprung – und einer mahnenden Foulstatistik von 9:6 – ging es in die Kabine.
Die zweite Hälfte begann kritisch: Valdagno drückte und traf zunächst nur den Pfosten. Auf der Gegenseite verpassten Kahmann, Seidler und Lütters mehrfach die Vorentscheidung. In der 34. Minute bescherte das zehnte Cronenberger Teamfoul den Italienerinnen einen direkten Freistoß – doch Valdagnos Schützin setzte den Ball an den Pfosten. Dieser Moment war der Wendepunkt. Nur drei Minuten später erhöhte Kahmann im Nachsetzen auf 3:0 (37.), ehe Kapitänin Leonie Lütters mit einer feinen Einzelleistung auf 4:0 stellte (39.). Der Widerstand der Gäste war gebrochen.
In den Schlussminuten spielten sich die „Dörper Cats“ in einen Rausch. Ein direkt verwandelter Freistoß von Kahmann nach dem zehnten Foul der Italienerinnen machte das 5:0 (44.). Selbst eine Unterzahl nach einer Blauen Karte gegen Leonie Lütters überstand das Team schadlos. Den Schlusspunkt setzte Youngster Mia Bücheler: In der letzten Spielminute vollendete die eingewechselte Angreiferin nervenstark zum 6:0-Endstand.
Mit diesem Polster reisen die Cronenbergerinnen nun voller Selbstvertrauen nach Italien. Historisches winkt – doch erst müssen noch einmal 50 Minuten Konzentration her.
RSC: Lara Immer, Julia Pfaffendorf – Yolanda Kahmann (3), Leonie Lütters (1), Lea Seidler (1), Mia Bücheler (1), Carlota Molet, Alida Grusenick, Miriam Simon, Paula Rapp.