Wuppertaler Stadtradeln 2019: Wir waren dabei!

Aktion : Stadtradeln 2019: Wir waren dabei!

Zum zweiten Mal hat sich Wuppertal an der deutschlandweiten Aktion „Stadtradeln“ beteiligt – und auch die Rundschau war mit einem Team dabei. 18 Leser und Rundschau-Mitarbeiter haben drei Wochen lang in die Pedale getreten und haben dabei über 440 Kilogramm CO2 eingespart. Als kleines Resümee berichten einige unserer Teammitglieder, was sie dabei erlebt haben.

Holger Brunn, 431 Kilometer: „Seit ich mein E-Bike habe, pendele ich zwei Mal in der Woche zur Arbeit nach Duisburg und wieder zurück. Für eine Strecke brauche ich zwei Stunden. Ich wohne in Katernberg, fahre dann über den Panoramaradweg und komme in Essen-Kettwig aus. Ab da an geht es dann durch Industriegebiete. Der Panoramaradweg ist definitiv der schönste Teil der Strecke. In Wuppertal bin ich weniger mit dem E-Bike unterwegs. Ich weiß zum Beispiel nicht, wo ich in der Innenstadt mein Rad sicher abstellen kann.“

Björn Reitz, 318 Kilometer: „Ich fahre, wenn es geht, mindestens zwei bis drei Mal in der Woche zur Arbeit und zurück. Letztes Jahr noch über die Nordbahntrasse, seit diesem Jahr über die Sambatrasse. Wünschen würde ich mir eine sinnvolle durchgehende Fahrradwegverbindung zwischen den beiden Trassen. Die Strecke ab Varresbeck über die Düsseldorfer Straße zur Nordbahntrasse ist eine Katastrophe. Dass für 2019 der RADar nicht aktiviert wurde, ist nicht nur schade, ich glaube, es zeigt auch, wie ernst es einer Kommune mit dem Umbau des Verkehrs ist.“

Angelika Söhne, 136 Kilometer: „Ich mache bereits zum zweiten Mal voller Elan beim Stadtradeln mit. Dank des guten Wetters kommt das Rad derzeit täglich zum Einsatz, auf dem Weg zum Bahnhof und zurück. Hin ist das deutlich schneller als mit Auto oder Bus, weil ich damit locker am täglichen Stau vor dem Kreisel am Neumarkt vorbeiziehen kann. Problematisch finde ich vor allem die Parkplatzsituation am Bahnhof. Die wenigen Abstellmöglichkeiten dort reichen bei weitem nicht aus. Selbst die Pfosten der Verkehrsschilder in der Umgebung sind morgens alle belegt. Ansonsten sind meine Erfahrungen überwiegend positiv. Auch die Autofahrer stellen sich mehr auf die Situation ein.“

Sonja Geurts, 614 Kilometer: „Ich bin mit dem Faltrad unterwegs, das ist treppauf und treppab gut zu händeln. Als Berufspendlerin muss ich jeden Tag nach Essen-Rüttenscheid. Ursprünglich wollte ich das Rad nur als Zubringer zum Hauptbahnhof nutzen, aber die Strecken per Velo wurden immer ein bisschen länger. Ein großer Gewinn für Wuppertal ist die Nordbahntrasse als Ost-West-Verbindung. Allerdings ist die Trasse für Ortsfremde vom Tal aus nicht gut ausgeschildert. Die Radwege sind nicht gut ausgebaut, vor allem entlang der B7. Außerdem finde ich die Möglichkeiten für Park & Ride per Velo an den großen Bahnhöfen nicht optimal.

Sonja Geurts mit ihrem Faltrad. Foto: Wuppertaler Rundschau

Stefan Mager, rund 80 Kilometer: „Ich wohne in Cronenberg und fahre mit meinem Pedelec hauptsächlich in der Freizeit, die regelmäßigen Fahrten, die man so macht - und natürlich über unsere Trassen. Ich versuche mich möglichst ab der Hauptverkehrsstraßen zu halten, und das aus gutem Grund. Leider wird im Straßenverkehr nach wie vor wenig Rücksicht genommen.“

Simone Bahrmann, 121 Kilometer: „Um in Wuppertal mit dem Rad gesund von A nach B zu kommen, meide ich die Hauptkreuzungen und viel befahrenen Straßen. Die Trasse hilft sehr, wenn man sie geschickt einsetzt. Und auf den Nebenstraßen sind sie tatsächlich zu finden, ’die Radwege’, sogar ab und zu auch mal nicht zugeparkt. Vielleicht könnten es noch mehr werden, denn auf ihnen fährt es sich entspannter durchs Tal.“

Bereits im letzten Jahr war unsere Fotografin Simone Bahrmann (vorne) beim Stadtradeln dabei. Hier auf dem Foto mit Redakteurin Nina Bossy auf der Trasse. Foto: Wuppertaler Rundschau

Hannah Florian, 134 Kilometer: „Wirklich klasse, dass Wuppertal bereits zum zweiten Mal beim Stadtradeln dabei ist. Ich pendele je nach Lust und Laune mit dem Fahrrad die kurze Strecke in die Redaktion, und schwinge mich auch zu beruflichen Terminen – sofern es eine passable Wegführung für Radfahrer gibt – auf mein Zweirad. Da hapert es oft nämlich noch: Auf meinem Arbeitsweg passiere ich täglich den Robert-Daum-Platz und fühle mich als Radfahrer einfach nicht wohl dabei, mit dem Strom der Autos die Kreuzung zu queren. Dass unsere Trassen einmalig sind, darüber brauchen wir gar nicht zu sprechen. Im Stadtverkehr fehlt es allerdings an gut ausgebauten und sicheren Radwegen. Als Fahrradfahrer auf der B7, der Gathe oder der Briller Straße ist man einfach fehl am Platz.“

Hannah Florian kommt oft mit dem Rad in die Redaktion. Foto: Wuppertaler Rundschau

Roderich Trapp, 57 Kilometer: „Ich gebe ja zu, dass ich voriges Jahr deutlich mehr im Sattel war. Aber: In diesen drei Stadtradeln-Wochen hat man unabhängig davon trotzdem immer einen noch schärferen Blick auf die Belange der Zweiradfahrer. Mir ist dabei ein paar Mal aufgefallen, welche Komplikationen entstehen, wenn sich Radler über den historischen Teil der Friedrich-Engels-Allee quälen. Das ist für Autofahrer nicht schön und für die betroffenen Radfahrer ein mittlerer Alptraum. Gerade deshalb ist die aktuelle Debatte um die richtige Lösung für eine Ost-West-Radverbindung auf der Talachse wichtig. In diesem Zusammenhang mal eine ganz blöde Frage: Könnte man nicht eigentlich einen Radweg auf Stelzen in die Wupper bauen? Spricht da technisch oder umweltmäßig was dagegen? Oder hat da nur noch nie jemand drüber nachgedacht? Leider hat Wuppertal beim Stadtradeln dieses Jahr die Radar-Funktion nicht aktiviert, mit der man beim Stadtradeln Kommentare und Anregungen an die Kommune schicken kann. Sonst hätte ich die Idee mal ins Rennen geschickt. Trotz Stadtradeln ist es eben noch ein langer Weg zur Zweirad-City Wuppertal ...“

Roderich Trapp wünscht sich einen Radweg über der Wupper. Foto: Wuppertaler Rundschau

(Kilometerzahlen: Stand Freitagmittag, 12. Juli 2019.)

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