Pflaster Schuchardstraße – der „Walk of Shame“

Barmen : Pflaster Schuchardstraße – der „Walk of Shame“

1,9 Millionen Euro hat das neue Pflaster in der Schuchardstraße, die parallel zum Werth in Barmen verläuft, gekostet. 15 Monate dauerte die Verlegung der Steine. Fertig war das Ganze etwa Mitte Mai. Heute – nur rund zwei Monate später – sieht die Straße alles andere als schön aus. Das Pflaster ist großflächig verschmutzt – durch Kaugummireste und Spuren verschiedener Flüssigkeiten.

Rundschau-Leser Jens Glumm, der 30 Jahre in der Schuchardstraße gelebt hat und der „Meile“ auch heute verbunden ist, findet drastische Wörter für den Anblick – und seine Wut darüber. Unter dem Titel „Walk of Shame“ schreibt er: „Man hat den Eindruck, dass die Entscheidungsträger wohl gedacht haben, dass die Bürger dieser Stadt in Filzpantoffeln und die Autos schwebend unterwegs sind. So schlimm habe ich die Schuchardstraße selten gesehen. Helle Steine kann man vielleicht an den Häuserwänden auf Santorini anwenden, jedoch bitte nicht für den permanenten Fußgängerweg und in der Lieferzone!“

Zuständig für die Sauberkeit auf Wuppertals Straßen ist der städtische Straßenreinigungseigenbetrieb ESW. Dessen Pressesprecher Andreas Spiegelhauer: „Wir reinigen die Schuchardstraße zweimal täglich, am Vor- und Nachmittag, auch an Wochenenden. Deswegen sieht man auch, dass die Straße nicht etwa vermüllt ist. Zum Einsatz kommen hier nicht saugende Kehrmaschinen.“

Und warum geht man nicht mit Hochdruckreinigern Flecken & Co. an den Kragen? Der Grund ist vergleichsweise einfach: „Die Fugen sind das Problem. Unter Hochdruck würde das Fugenmaterial zwischen den Steinen weggespült werden“, erklärt Andreas Spiegelhauer.

Das Fugen-Problem zeigt sich übrigens auch in Sachen Kaugummi-Reste. Ausgespuckte Kaugummis können gut entfernt werden, allerdings bleibt – ohne Einsatz von Hochdruck – fast immer ein hässlicher schwarzer Fleck zurück.

Rundschau-Leser Jens Glumm jedenfalls hat schon sein persönliches Fazit gezogen: „Die Schuchardstraße ist hin und es wird sicherlich nicht besser. Der aktuelle Zustand ist ein Treppenwitz für Planer und Stadtentwicklung. Hier sehen zwei Monate wie fünf Jahre aus.“

Flecken über Flecken .. Foto: Jens Glumm
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