Nach Toreschluss - die Wochenendsatire: Karnevalsprogramm

Nach Toreschluss - die Wochenendsatire : Karnevalsprogramm

Ich fasse den Karnevals-Wetterbericht für Sonntag mal so zusammen: Dass es nicht regnet, ist ähnlich wahrscheinlich wie die Verleihung des Friedensnobelpreises an Donald Trump. Aber es werden immerhin 13 Grad, da kriegen die Funkenmariechen beim Wuppertaler Rosensonntagszug wenigstens keine kalten Bällerkes.

Ich wollte ja eigentlich auch mal wieder zu unserem Zug, weil der im Gegensatz zu denen von der Bundesbahn wenigstens immer relativ pünktlich kommt. Allerdings muss man auch sagen, dass im Laufe der letzten Jahre immer mehr Zugnummern durch Regengüsse ersetzt worden sind. Früher sind sogar mal WSV-Vorstandsmitglieder im Rosensonntagszug mitmarschiert. Heutzutage laufen die nirgendwo mehr mit, sondern nur noch weg.

Gucken wir also mal, was man an diesem Wochenende alternativ statt Karneval so anstellen könnte. Da wäre zum Beispiel der "Open Data Day" in Utopiastadt, bei dem es um Themen wie "LoRaWan" und den "GeoHack des Guten Lebens" geht. Ich kenne leider nur Wan-Tan vom Chinesen, weshalb ich mit der Veranstaltung möglicherweise überfordert sein könnte.

Eine Idee wäre möglicherweise auch das Konzert heute Abend im Skulpturenpark. Dort spielt ein Trio unter anderem Musik von dem mir weitgehend unbekannten weltberühmten Komponisten Erik Satie. Im Ankündigungstext auf der Homepage des Skulpturenparks lesen wir dazu: "Lassen wir uns überraschen, wie er die ,vertrockneten Embryonen' von Seegurken und Flohkrebsen in Musik setzt und wie ,Schlaffe Präludien für einen Hund' auf Zweibeiner wirken mögen."

Das passt zwar irgendwie zu den närrischen Tagen, aber wenn schon Karneval und Musik, dann wären mir doch Kasalla oder Brings tendenziell etwas lieber.

Interessieren würde mich natürlich am Sonntag die Whiskyverkostung in der empfehlenswerten Kneipe "Domhan" an der Marienstraße, für die es sogar noch Karten gibt. Dabei müssen aber um 13.30 Uhr, also für gestandene Ölberger noch vor dem Frühstück, sieben Single Malts mit im Schnitt 46 Prozent Alkohol getrunken werden, was die Wahrscheinlichkeit hoch erscheinen lässt, erst Aschermittwoch wieder aufzuwachen.

Nicht ganz durchringen kann ich mich zudem zum Besuch der vielversprechenden Tanzperformance "SPIEGEL/SCHATTEN/DECKEL+TOPF", die im "Loch" an der Bergstraße stattfindet. So bliebe nur noch die ganztätige "Lebendigkeitswerkstatt" im Apfelheim an der Triebelsheide, die ich aber eher dem WSV ans Herz legen würde, wo der doch gerade dabei ist, sich sein eigenes Grab zu schaufeln.

Und ehe ich Sonntag im Fernsehen auf RBB um 14 Uhr die Liveübertragung vom "Zug der fröhlichen Leute" in Cottbus gucke, der mit Blick auf die dort den Rest des Jahres über gerne aufmarschierenden Menschen ziemlich kurz sein muss, gehe ich doch lieber zu unserem Wuppertaler Rosensonntagszug. Ich verkleide mich da einfach als Regenwurm, dann passt das schon.

Wupp-di-ka!

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