Nach Toreschluss - die Wochenendsatire: Die tu-du-Liste

Nach Toreschluss - die Wochenendsatire : Die tu-du-Liste

Viele Leute schreiben sich ja vor Weihnachten Zettel mit den ganzen Dingen drauf, die sie noch erledigen müssen. Neuerdings heißt sowas "to do-Liste". Sowas gibt es bei uns zu Hause auch. Da heißt es aber "tu du-Liste" und besteht daraus, dass meine Frau mir aufschreibt, was ich alles machen soll.

Neulich stand da "Buchweizen kaufen" drauf. Den musste ich bisher noch nie besorgen. Wo gibt es wohl Buchweizen? In der Bibliothek hatten sie jedenfalls schon mal keinen ...

Ich muss an dieser Stelle einräumen, dass ich als Großstadtkind beim Thema Getreide nicht ganz sattelfest bin. Bei Weizen kann ich gerade so die Sorten Hefe, Kristall und alkoholfrei und die Marken Paulaner, Franziskaner und Schöfferhofer auseinander halten. Deshalb musste ich Buchweizen auch googlen und stellte fest, dass es sich dabei um Pseudogetreide aus der Gattung der Knöterichgewächse handelt. Das hörte sich nicht lecker an, deshalb habe ich lieber einen Kasten richtiges Weizen gekauft. Die Gattin war damit eher unzufrieden, weil sie eigentlich gesunde Pfannkuchen aus dem Buchweizen machen wollte.

Nun ist gesundes Essen ja eine feine Sache. Vor allem, wenn man es nicht selbst zu sich nehmen muss. Als Strafe für diese Einstellung wurde ich dazu verdonnert, einen Abend lang Verbraucherschutzsendungen im Fernsehen zu gucken. Dabei habe ich eine Menge gelernt. Zum Beispiel, dass die Kerzen auf dem Adventskranz jetzt besser auch nicht mehr angezündet werden sollten, weil ihr Stickoxidausstoß den EU-Grenzwert übersteigt.

Sollte die Familie kurz vor Heiligabend tot neben dem Weihnachtsbaum liegen, muss daran aber nicht zwangsläufig der besonders kerzenintensive vierte Advent Schuld sein. Als Verursacher in Frage kommt nämlich auch der Weihnachtsbaum selbst. Denn das ARD-Magazin "Plusminus" hat von fünf verschiedenen Tannenbäumen jeweils ein Kilo Nadeln abgezupft und bei allen Proben giftige Schadstoffe gefunden, die von der Behandlung mit Pestiziden stammen. Wer nicht auf den Süßigkeitenteller bei der Bescherung warten kann und vorab schon mal ein Kilo Nadeln vom Baum nascht, der muss also mit ernsthaften Gesundheitsschäden rechnen.

Mir war bisher gar nicht bewusst, in welcher Lebensgefahr ich die letzten paar Jahrzehnte um den 24. Dezember herum geschwebt habe. Die einzige wirklich vom Weihnachtsfest ausgehende Bedrohung lag für mich eigentlich darin, wegen "Last Christmas" auf allen Radiokanälen einen Nervenzusammenbruch zu kriegen.

Die wirklich schlechte Nachricht ist aber: Sollten Sie das große Glück haben, Weihnachten zu überleben, dann gehen Sie spätestens an Silvester kaputt. Jedenfalls für den Fall, dass Sie noch ein Bleigieß-Set im Haus haben, mit dem Sie am 31.12. in die Zukunft schauen wollen. In den Figuren ist nämlich - und damit konnte keiner rechnen — Blei drin. Und zwar ungefähr 70 Prozent. Die EU erlaubt bei solchen Produkten aber nur noch 0,3 Prozent, deshalb ist der Verkauf von Bleigieß-Sets 2018 verboten.

Als Nächstes wird in Brüssel wahrscheinlich über die Begrenzung des Kohlensäuregehalts im Sekt nachgedacht. Die Geräuschemission beim dadurch ausgelösten Rülpsen soll über dem Grenzwert liegen.

Bis die Tage!

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