Kommentar zur Zukunft des Platzes hinter Primark

Kommentar zur Zukunft des Platzes hinter Primark : Nur Taxen? Mir ist das zu wenig!

Was sieht man, wenn man sich von der Morianstraße her oder von Osten auf der Bundesallee dem Döppersberg nähert? Eine kahle und leere Primark-Rückseite. Ich finde, das ist alles andere als ein schöner Anblick auf der insgesamt schon sehr kühl wirkenden Döppersberg-Kreuzung.

Die Stelle hat mit dem an den Kosten gescheiterten Fahrradparkhaus schon eine wenig erfolgreiche Geschichte. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung, ein Areal zu schaffen, das mit unterschiedlichen Rampen & Co. für Skater und BMX- oder andere Biker zur Verfügung steht, fand vor Monaten auf den ersten Blick wenig Gegenliebe in der Döppersberg-Kommission. Vor allem die CDU konnte wenig bis gar nichts mit den Plänen anfangen – und auch die Grünen runzelten die Stirn.

Mir hat die Idee gut gefallen. Die Stadt möchte die Skater, die sich vor allem auf dem oberen Bahnhofsplatz tummeln, dort eigentlich nicht. Die Hoffnung: Sie könnten zum Platz hinter Primark „umziehen“. Die Angst der CDU – wortwörtlich formuliert: Wenn Skater kommen, kommen auch Sprayer. Ist das zwangsläufig so? Und, wenn ja: Wäre das so schlimm? Was würden die Sprayer ansprühen? Die Rampen doch wahrscheinlich – und eventuell die inneren Seitenwände des Platzes. Wäre das so schlimm? Man könnte in eine Umplanung des Bereiches beispielsweise bewusst Flächen einbauen, auf denen Sprayer und ihre Ideen willkommen sind.

Wuppertal ist eine Großstadt. Und zu einer Großstadt – zumal im Umfeld ihres Bahnhofes – gehört Street-Art. Es wäre doch cool, an dem bisher vergessenen Platz einen Spot zu entwickeln, der junge Leute anzieht, der Leben ausstrahlt – und der vor allem (das gefiel mir an der Verwaltungsplanung fast am besten) einen großen Baum an der Ecke zur Großkreuzung zu bieten hätte. Der Anblick, der sich dann böte, wäre insgesamt ein komplett anderer als jetzt.

Ein zusätzlicher Taxi-Halteplatz beziehungsweise eine Aufstellfläche für nachrückende Taxen – ist das nicht ein bisschen wenig als Impuls für ein Wuppertaler Areal, das gerade für seine Entwicklung von der vernachlässigten zur zukunftsweisenden City-Zone in Cannes den MAPIC-Award gewonnen hat? Ich denke, Wuppertal müsste sich hier mehr (zu)trauen.

Das sozusagen straßentaugliche Kultur-Potenzial dieser Stadt ist bedeutend größer, als mancher ahnt. Und es müsste unbedingt offensiver genutzt werden. Dazu braucht es nicht viel – nur ein Stück Mut, einmal etwas Neues auszuprobieren. Diesen Mut zu einer etwas anderen Idee, die den Pfad des immer Gleichen und Bekannten verlässt, haben der Döppersberg – und Wuppertal – verdient. Ich bin sehr gespannt, ob sich eine Mehrheit findet, die mal etwas wagt…