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Kommentar zum „neuen“ Elberfelder Weihnachtsmarkt

Kommentar zum „neuen“ Elberfelder Weihnachtsmarkt : Alle Jahre wieder – aber besser!

In den vergangen Jahren gab es nicht viele Gründe, die dafür sprachen, den Weihnachtsmarkt in der Elberfelder City zu besuchen. Stände mit Ramsch-Artikeln aus Fernost und an Straßenschildern befestigte karge Tannenbäume sind nur einige Beispiele dafür, warum ein Besuch des Marktes nicht gerade Advents-Romantik auslöste. All das stimmte selbst hartgesottene Weihnachts-Fanatiker zu einem „O du schreckliche“ beim Schlendern über die Poststraße und Co.

Und dennoch: Aus Verbundenheit zu meinem Wuppertal begab ich mich alle Jahre wieder, immer wieder und wieder, zu diesem trostlosen Ereignis, das sich Lichtermarkt nannte, Besinnlichkeit und ein festliches Beleuchtungsspektakel versprach, und nichts davon hielt. Doch in diesem Jahr ist alles anders! Die neuen Macher des Essener Unternehmens Grandezza Entertainment garantieren: „Es wird langfristig schöner, festlicher und abwechslungsreicher.“

Nur Gebrabbel oder auch wirklich wahr? Dieses Versprechen habe ich gleich am Eröffnungstag unter die Lupe genommen. Und was soll ich sagen: Ich bringe Ihnen frohe Kunde, liebe Leser! Ich bin ganz entzückt! Der Kirchplatz entpuppt sich als Kleinod. Rote Schleifen und goldene Kugeln an den Tannenbäumen, kuschelige Schaf-Felle auf rustikalen Bänken, Holzfässer als Stehtische und mittendrin der beliebte Lions-Glühweinstand. Da kommt Stimmung auf. Menschen stehen beisammen, klönen, genießen das gemütliche Ambiente, Kinder flitzen über die Schlittschuhbahn. Ich fühle mich wie einem richtigen Weihnachtsdörfchen mitten in den Alpen.

Einige hundert Meter weiter geht es ganz besinnlich weiter. Der Kerstenplatz trumpft auf mit Kulinarik und Kunsthandwerk. Vorbei sind die Zeiten, in denen man seine Thüringer Rostbratwurst zwischen Ständen genießen musste, die blinkende Schrott-Elektronik oder Handyhüllen aus Plastik feilboten. Und auch die Buden am Döppersberg gefallen. Das versichern mir dort zwei nette Damen, während wir gemeinsam Glühwein aus den neuen Wuppertaler Glühweinbechern mit Schwebebahn-Motiv trinken.

Mein Fazit: Das magische Weihnachts-Dreieck aus Kirchplatz, Kerstenplatz und Döpperberg ist ein gelungener Auftakt für die kommende Advents-Ära in unserer Stadt. Dafür, dass der neue Veranstalter für die neue Ausrichtung nur wenige Wochen Zeit hatte, kann sich der Markt sehen lassen. In diesem Jahr besuche ich unseren Weihnachtsmarkt nicht mehr nur aus Verbundenheit, sondern von ganzem Herzen.