Wuppertals Chronik 2018: Z wie Zoff

Wuppertals Chronik 2018: Z wie Zoff

Das rauere gesellschaftliche Klima war 2018 auch in Wuppertal deutlich zu spüren. Mehrere Demonstrationen fanden statt — bei einer läuft die inhaltliche Aufarbeitung der Geschehnisse auch jetzt noch.

Am 16. Juni versammelten sich nach Polizeiangaben rund 100 Anhänger der rechtsextremen Partei "Die Rechte" auf dem Berliner Platz und zogen über die Talachse bis zum Barmer Bahnhof. Ihnen standen mehrere Hundert Gegendemonstranten gegenüber.

Weil zeitgleich auf dem Geschwister-Scholl-Platz ein Jugendtanzfestival stattfinden sollte, hagelte es im Vorfeld Kritik. Die Route müsse verlegt werden, so die Forderung. Das, so Polizeipräsident Markus Röhrl, sei nicht möglich: "Wir sind keine Gesinnungspolizei, sondern haben uns an Recht und Ordnung zu halten", betonte er im Vorfeld. "Demonstrationen müssen nicht genehmigt, sondern nur angemeldet werden. Das hat die Partei bereits Anfang des Jahres getan." Das Versammlungsrecht sehe ausdrücklich vor, dass öffentlich wahrnehmbar demonstriert werde.

Am Rande der Veranstaltung wurde unter anderem Jobcenter-Chef Thomas Lenz vorübergehend festgenommen. Er habe sich in Auseinandersetzungen mit Polizisten begeben und sich einem Platzverweis widersetzt, so der Vorwurf. Lenz bestreitet das ausdrücklich.

Der Staatsanwaltschaft liegt inzwischen ein Video vor, das ihn entlasten soll. Lenz hat seinerseits einen Polizisten wegen Körperverletzung angezeigt.