Wuppertals Chronik 2018: P wie Pleiten, Pech und Pannen

Wuppertals Chronik 2018: P wie Pleiten, Pech und Pannen

Für die Wuppertaler Einzelhandelslandschaft ist es der Super-GAU. Und ich sehe es mittlerweile ähnlich dramatisch, zumal unsere Büros nur einen Steinwurf weit entfernt liegen: Das endlose Tauziehen um das oder die bergischen Outlet-Center.

Und mittendrin die seit Jahren leer stehende Bundesbahndirektion, die inmitten des neu strahlenden Döppersbergs wie ein klassizistisches Dornröschenschloss endlich, endlich auf eine neue Nutzung wartet. Doch statt eines beherzten Prinzenkusses erlebt der erwartungsvoll gespannte Passant nur eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen.

Da ist die ständige Ankündigung des Investors, nun aber werde wirklich der erste Bauabschnitt für das monumentale Factory-Outlet-Center (FOC) in Angriff genommen. Stattdessen wurden auch 2018 nur einige Schaufeln Bauschutt aus dem Innern entfernt.

Pech ist das nicht zuletzt für große Teile des Elberfelder City-Einzelhandels. Zwar glauben viele der dortigen Händler nicht an die Versprechung der Politiker, vom citynahen FOC werde eine Magnetwirkung ausgehen, die auch die Innenstadt mit einbeziehen werde.

Aber: Wäre es wie geplant jetzt bereits eröffnet, könnte man sich wenigstens auf die neue Situation einstellen. So hingegen lähmt die endlose Hängepartie die Einzelhandelslandschaft. Zumal die seltsame Verzögerung beim Einzug von Primark einen weiteren Pfropfen im Handelsgeschehen entstehen ließ, der dazu von einer ebenso rätselhaften wie intransparenten Öffentlichkeitsarbeit begleitet wurde.

Während sich im goldenen Kubus jedoch die Anzeichen mehren, dass die Eröffnung nun bald über die Bühne gehen könnte, scheint sich die Unternehmensgruppe Clees mit ihren FOC-Plänen in einer regelrechten Schockstarre zu befinden. Keine Arbeiten, keine Infos, die ehemalige Bahndirektion ist zum größten deutschen Bahnhofs-Wartesaal mutiert.

a nimmt es nicht wunder, dass zuletzt Spekulationen über andere Nutzungsmöglichkeiten ins Kraut schossen. Insbesondere die Ansiedlung von universitären Einrichtungen übt tatsächlich einen gewissen Reiz aus. Fakt bleibt: Ganz Wuppertal wartete und wartet weiterhin darauf, dass sich an dieser prominenten Stelle überhaupt irgendwann einmal irgendwas tut ...

Mehr von Wuppertaler Rundschau