Wuppertals Chronik 2018: J wie Jahrhundert-Projekt

Wuppertals Chronik 2018 : J wie Jahrhundert-Projekt

Es war eine ziemliche Hängepartie: Eigentlich hatte man schon im Sommer den Durchführungsbeschluss für die Planung und den Bau des Tanzzentrums verabschieden wollen.

Über Finanzierungslücken und Personalquerelen in der Führungsriege des Tanztheaters wurde es aber schließlich doch Mitte Dezember. In seiner letzten Ratssitzung des Jahres aber stimmte der Rat einstimmig dafür und brachte das Jahrhundertprojekt damit auf den Weg.

Halleluja, wollte man fast rufen, als der Rat zu fortgeschrittener Stunde am 17. Dezember schließlich das Pina-Bausch-Zentrum beschloss. Eingeschlossen ist die neue Nutzung für das denkmalgeschützte Schauspielhaus an der Kluse. Die Stadtverordneten stimmten in Anwesenheit von Salomon Bausch und weiteren Vertretern der Pina-Bausch-Stiftung ungewohnt einhellig für das Großprojekt und begrüßten es mit Applaus.

Das Zentrum soll aus den Säulen Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, dem so genannten Produktionszentrum, der Pina-Bausch-Stiftung und dem "Forum Wupperbogen" bestehen. Bis zum planmäßigen Abschluss des Baus 2026 werden Stadt, Land und Bund voraussichtlich 58,4 Millionen Euro investieren. Dennoch klafft bei den Betriebskosten nach wie vor eine Deckungslücke von 3,4 Millionen Euro jährlich.

Für Wuppertal keine kleine Summe, die einigen Beteiligten auch durchaus Bauchschmerzen bereitet. Auf der anderen Seite kann der denkmalgeschützte Graupner-Bau nur so saniert und erhalten werden und dürfte der Stadt viel internationale Aufmerksamkeit und Besucher bescheren.

Es bleibt also spannend, ob die Begeisterung für das Großprojekt über die kommenden sechs Jahre erhalten bleibt — und die Euphorie auch im Fall finanzieller Engpässe überlebt ...

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