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Die Rundschau-Chronik 2017: Z wie Zweirad-Hochburg

Die Rundschau-Chronik 2017 : Z wie Zweirad-Hochburg

Hochburg? Na ja ... Hochfliegende Pläne für den Radverkehr in Wuppertal gab's aber 2017 auf jeden Fall. Und eine neu eröffnete B7, auf deren Hauptstrecke das Fahrrad kaum eine Rolle spielt.

Der Platz fürs Radhaus hinterm Primark-Komplex steht fest — immerhin. Übers Jahr allerdings schrumpfte das geplante Gebäude deutlich. Wegen dünner städtischer Finanzdecke und weil sich mit so etwas (im Gegensatz zu einem Autoparkhaus) offenbar kein wirkliches Geld verdienen lässt. Die zuletzt im Spätsommer vorgestellten Pläne sehen ein aus mit Pflanzen komplett bewachsenen Metallgitterwänden bestehendes Leichtbau-Radhaus vor — das erweitert werden kann, wenn ein Run auf das Angebot einsetzen sollte.

In Sachen Trasse ging's vor allem um deren Erweiterung: Die Schwarzbachtrasse, die von Wichlinghausen etwa drei Kilometer übers Schwarzbach-Viadukt nach Langerfeld führt, sahen sich, als die Wuppertalbewegung eine entsprechende Tour über alte Holzschwellen und durch einen stockfinsteren Tunnel anbot, Anfang Juli 500 Menschen und fünf Hunde an. Das Ausbauprojekt, das die Wuppertalbewegung allein (ohne die Stadt) umsetzen will, läuft rund: Ende des Jahres gab es gute Signale, dass der Trassen-Verein drei Millionen Euro vom Land bekommt. 300.000 Euro wird die Wuppertalbewegung dann selbst beisteuern.

Eine weitere Ausbau-Idee brachte im September der Verein "Neue Ufer Wuppertal" ins Gespräch: Die "Langerfelder Trasse" würde sich fast direkt an die Schwarzbachtrasse anschließen, neben einer von der Bahn genutzten Zugstrecke verlaufen, bis zur Öhder Straße führen, Heckinghausen und die Südhöhen an die Nordbahntrasse anbinden. "Neue Ufer Wuppertal" rechnet mit Kosten von bis zu vier Millionen Euro.

Und sonst? Das zukünftige Wuppertaler Radverkehrskonzept wurde bei mehreren außergewöhnlich gut besuchten Bürgerbeteiligungsveranstaltungen diskutiert. Es gab zahlreiche Wünsche und Ideen aus der Bevölkerung: Das Konzept soll etwa Mitte 2018 fertig zur Beratung durch die Politik sein. Immerhin: Wuppertal will sich 2025 mit Recht "Fahrradstadt" nennen können. Da gibt's noch viel zu tun ...