Wuppertals Chronik 2018: N wie nicht bei uns

Wuppertals Chronik 2018 : N wie nicht bei uns

Dass niemand eine forensische Klinik vor seiner Haustür haben möchte, ist nachvollziehbar. Dass die vom Land für den Wuppertaler Landgerichtsbezirk geforderte Einrichtung aber tatsächlich seit sechs Jahren in der Diskussion ist, ohne dass irgendwelche Würfel gefallen sind, ist schon erstaunlich.

Auch 2018 verstrich ohne eine Entscheidung — im Gegenteil: Mit der Ankündigung, die Bereitschaftspolizei nun doch an der Müngstener Straße zu belassen, brachte die Landesregierung plötzlich und unerwartet einen ganz neuen möglichen Standort für die Forensik ins Spiel: Die ursprünglich für den Umzug der Polizei vorgesehene Fläche an der Parkstraße.

Überflüssig zu erwähnen, dass diese Aussicht die Ronsdorfer auf die Palme brachte. Schließlich sehen sie sich mit dem Jugendgefängnis an dieser Stelle schon genug gebeutelt. Auch kommunalpolitisch kam diese Idee überhaupt nicht gut an — außer bei den Grünen, die aber auch die einzigen sind, die gegen die Forensik auf der Kleinen Höhe sind.

Sieht man von der Bezirksvertretung ab. Und von der dort gegründeten Bürgerinitiative ab, die sich natürlich auch mit Händen und Füßen gegen das Weiterverfolgen dieser Pläne wehrt, die tatsächlich nach dem überraschenden Landes-Vorstoß Anfang des Jahres erst einmal auf Eis gelegt worden waren.

Nachdem die landeseigene Fläche auf Lichtscheid nun also vom Tisch zu sein scheint — manche bezweifeln mittlerweile die Endgültigkeit solcher Statements — kämpfen im Weiteren also Ronsdorfer gegen Katernberger, um den Maßregelvollzug in ihren Grenzen zu verhindern. Derweil sind die für diese Einrichtung vorgesehenen Patienten so auf den Straßen unterwegs.

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