Wuppertals Chronik 2018: T wie tiefer Einschnitt

Wuppertals Chronik 2018 : T wie tiefer Einschnitt

Tiefe Einschnitte hatte es bei Bayer in Vorjahren etliche gegeben. Und zwar immer positive. Über eine Milliarde wurde in das Wuppertaler Werk investiert, Hunderte von neuen Arbeitsplätzen wurden geschaffen, der Standort schien zu alter Blüte zu wachsen, als Carl Duisberg nicht mehr wusste, wohin mit den ganzen Anlagen.

Doch wie eine Bombe schlug im November die Nachricht ein, dass der Konzern sparen muss — und Wuppertal einen Schwerpunkt dieser Maßnahmen tragen muss. Das soeben erst fertiggestellte Gebäude zur Fertigung der Faktor-VIII-Produktion wird für diesen Zweck überhaupt nicht mehr benötigt, 350 Arbeitsplätze im Elberfelder Werk sollen zumindest sozialverträglich wegfallen. Da aber auch das Forschungszentrum Aprath betroffen ist, stehen momentan 750 der insgesamt 3.500 Stellen in Wuppertal zur Rede.

Der Betriebsrat läuft Sturm und auch Politiker aller Parteien in Land und Stadt sind auf den Barrikaden, schließlich sind die Probleme nicht am Standort verursacht worden. Vielmehr ist nicht zu übersehen, dass die 60 Milliarden teure Übernahme des US-Unternehmens Monsanto tiefe finanzielle Einschnitte nach sich zieht. Einschnitte, die zukünftig auch dem Stadtsäckel drohen, schließlich ist Bayer einer der ganz großen Gewerbesteuerzahler im Tal.

Schwere Zeiten für den gerade erst angetretenen neuen Standortleiter Holger Weintritt.