Ziel müsse es sein, „gute Arbeitsbedingungen zu sichern und gleichzeitig vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser zu nutzen“.
Teilzeit spiele dabei eine wichtige Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Gleichzeitig zeigt sich, dass Deutschland im europäischen Vergleich einen besonders hohen Teilzeitanteil aufweist – insbesondere bei Frauen. Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unterstreichen diese Entwicklung, stehen aber nicht im Mittelpunkt der Bewertung.“
„Arbeitszeit, Produktivität und Fachkräftesicherung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, meint Michael Schwunk (Sprecher der Geschäftsführung der VBU). „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die Beschäftigten echte Wahlmöglichkeiten eröffnen und Unternehmen zugleich handlungsfähig halten.“
Ein zentraler Hebel ist aus Sicht der VBU der Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur. Die bergischen Arbeitgeber haben in Wuppertal bereits drei Kitas errichtet, in Solingen entsteht derzeit eine weitere Einrichtung: „Verlässliche Betreuungsangebote sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit freiwillig ausweiten können.“
Zugleich sieht die VBU Handlungsbedarf bei den finanziellen Anreizen. „Mehr Arbeit muss sich lohnen“, so Schwunk. Die hohe Steuer- und Abgabenlast mindere derzeit die Bereitschaft zur Mehrarbeit spürbar. Die VBU spricht sich daher für eine „ausgewogene, faktenbasierte Debatte aus, die gute Arbeitsbedingungen, Produktivität und Fachkräftesicherung gemeinsam in den Blick nimmt“.