Zudem schaffe es „neue, verlässliche Rahmenbedingungen für die exportorientierte Wirtschaft im Bergischen Städtedreieck“. Der IHK-Außenwirtschaftsausschussvorsitzende Curt Mertens: „Das Freihandelsabkommen eröffnet unseren Unternehmen enorme Chancen. Insbesondere die Automobilzulieferer und Maschinenbauer sollten von den reduzierten Zöllen in den kommenden Jahren profitieren.“
Indien ist laut IHK „einer der dynamischsten Wachstumsmärkte weltweit und gewinnt auch für Unternehmen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid zunehmend an Bedeutung“. Derzeit beträgt der Anteil Indiens am EU-Handelsvolumen demnach 2,5 Prozent. Die EU-Kommission gehe aber davon aus, dass sich die Exporte nach Indien durch das Abkommen bis 2032 verdoppeln werden. Die gemeinsame Freihandelszone wird mit circa zwei Milliarden Einwohnern die größte der Welt.
Vor allem die im Bergischen Städtedreieck stark vertretenen Bereiche Automobilzulieferer sowie Maschinen- und Anlagenbau sollen durch die Zollsenkungen profitieren. „Die indischen Zölle auf Autos werden für ein Kontingent von 250.000 Autos pro Jahr schrittweise von 110 Prozent auf zehn Prozent gesenkt. Für Autoteile sollen die Zölle vollständig entfallen. Für Maschinen gelten aktuell Zölle von bis zu 44 Prozent. Diese sollen ebenfalls nahezu komplett wegfallen“, erklärt die IHK.
Dr. Daria Stottrop (Leiterin des Geschäftsbereichs International): „Durch das Abkommen erhalten unsere Unternehmen einen erleichterten Zugang zu einem Markt mit 1,5 Milliarden Menschen. Der Handel mit Indien wuchs bereits vor dem Abkommen rasant. Diese Entwicklung dürfte sich nun verstärken.“
Die Bergische IHK geht unterdessen nicht davon aus, dass das Abkommen wie das Mercosur-Abkommen vom EU-Parlament an den EUGH weitergeleitet wird, „da kritische Punkte des Agrarsektors nicht tangiert werden“.