Braußen schien die Sonne, als die im Großraum Wuppertal, Remscheid und Solingen aktive Volksbank im Bergischen Land diese Daten präsentierte - und drinnen wurde folglich auch gestrahlt. „Ein richtig gutes Jahr liegt hinter der Volksbank im Bergischen Land. Mit einem Kreditwachstum von 8,2 Prozent und um 6,7 Prozent gestiegenen Kundeneinlagen liegt das Jahresergebnis deutlich über den gesetzten Zielen“, freute sich Vorstandsvorsitzender Andreas Otto. Im Vergleich mit anderen Genossenschaftsbanken ähnlicher Größe hebe sich die bergische Bank deutlich positiv ab, ergänzte sein Kollege Henning Wichart. Die Bilanzsumme liegt erstmals bei 3,1 Milliarden Euro.
Für Vorstand Christian Fried ist dieses Ergebnis umso höher zu bewerten, weil man ja nicht in einem ruhigen Umfeld unterwegs gewesen sei, sondern es geopolitisch mit Zolleskapaden und nicht rational handelnden Menschen zu tun gehabt habe. Unter diesen Vorzeichen mit 30 Millionen Euro ein noch da gewesenes operatives Betriebsergebnis präsentieren zu können, sei eine große Leistung der Mitarbeiter. Deren Zahl ist übrigens auf 387 gewachsen, 33 davon sind Auszubildende.
Zum Kreditwachstum tragen neue Kunden, Investitionen aus der heimischen Wirtschaft und eine erhöhte Nachfrage nach privater Baufinanzierung bei. Für eine „kleine Sonderkonjunktur“ habe außerdem Henning Wichart gesorgt, der den Vorstand seit Mitte 2024 verstärkt und Kunden aus seinem früheren Wirkungskreis im Ruhrgebiet mitbrachte. Überraschend: Trotz der konjunkturell schwierigen und vielfach beklagten Situation sehe man im Kreditgeschäft aktuell keine flächendeckende Risikosituation bei der Wirtschaft im Bergischen Land und auch nicht mehr Zahlungsausfälle. Andreas Otto: „Die Unternehmen haben sich auf die aktuelle Situation vorbereitet, auch wenn die Lage zum Beispiel bei den Automobilzulieferern natürlich angespannt bleibt.“
Aus dem Ergebnis stärkt die Bank massiv ihr Eigenkapital und zahlt eine Dividende für die gut 11.400 Genossenschaftsmitglieder als Eigentümer des Instituts. Hier schlägt der Vorstand eine Gewinnausschüttung in Höhe von sieben Prozent vor. Darüber entscheidet die Vertreterversammlung im Juni. Auch als Steuerzahler gibt die bergische Bank ihrer Region buchstäblich etwas zurück. Für 2025 zahlte sie Steuern in Gesamthöhe von 8,52 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon war Gewerbesteuer. Vom Erfolg profitierte zudem einmal mehr die Öffentlichkeit: Rund 170 Vereine und Institutionen freuten sich 2025 über finanzielle Zuwendungen der Volksbank im Bergischen Land.