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Wuppertaler Igelstation sucht Pflegefamilien mit Garten

Hilfe für den Winter : Wuppertaler Igelstation sucht Pflegefamilien mit Garten

Die Wuppertaler Igelstation benötigt „Pflegefamilien“ für junge Tiere, die mit ihnen gemeinsam den Schritt zurück in die Natur gehen.

Fast 100 Igel leben gerade in der Station, darunter verletzte Tiere, Neugeborene und Igel, die mittlerweile stark genug sind, ohne Schutz in der Natur zu leben. Das Problem: Viele von ihnen kamen als Säuglinge in die Station an der Friedrich-Ebert-Straße 157 a in Elberfeld, wogen gerade einmal 100 Gramm und wurden von Anfang an von Menschenhand aufgezogen – „und die kann man jetzt nicht einfach auf die Piste schicken“, erklärt Monika Thomas, Leiterin der Igelstation. Tiere aus häuslicher Aufzucht müssen erst lernen, sich eigenständig in Wäldern und Gärten zu behaupten. Für diese Igel sucht Thomas „Pflegefamillien“.

„Die Tiere brauchen über den Winter einen eingezäunten Bereich im Garten und regelmäßig Futter“, erklärt die Leiterin der Igelstation. In einem acht oder sechzehn Quadratmeter großen, mit einem Zaun umgebenen Areal können die nachtaktiven Einzelgänger lernen, sich mit Blättern ein Nest zu bauen und kleine Käfer zu fangen. Die „Pflegefamilie“ gibt Hilfestellung, indem sie den Igel täglich mit einer Mischung aus Katzen- und Igeltrockenfutter füttert, ihm Wasser hinstellt und einen Igel-Unterschlupf baut.

Aber nicht jeder Garten kommt für die Igel-Pflege in Frage: „Wir sind auf der Suche nach Wuppertalern mit Naturgärten, möglichst in Randgebieten, so dass der Igel später von Garten zu Garten und in die Wälder wandern kann“, sagt Thomas. Eher ungeeignet sind Gärten, die an Parks grenzen oder von Hauptverkehrsstraßen umgeben sind. „Nur für unsere Handicap-Igel, denen ein Auge oder ein Bein fehlt, kommt auch ein Innenhof-Garten in Frage“, sagt Monika Thomas.

Bedenken, dass eine Katze in der Nachbarschaft eine Gefahr für die jungen Igel darstellen könnte, räumt die Igelstation-Leiterin aus dem Weg. „Die Streuner fressen höchstens das Futter weg“, schmunzelt sie. Gefährlicher sind Füchse und Marder, aber die hält auch ein gut gesicherter Käfig nicht ab.

Im Winter reduziert sich die Igel-Pflege etwas. Die Tiere fallen spätestens im Januar oder Februar (Jungtiere tun sich dabei manchmal etwas schwer) in den Winterschlaf. Im nächsten Frühjahr dürften die stacheligen Gartenbewohner dann fit genug sein, um ohne menschliche Hilfe in der Natur zu überleben.