Früher Bolzplatz, jetzt ein Garten

Jahrelang führte auf halber Höhe zwischen Schwarzbach und Sonnenstraße ein Bolzplatz ein Schattendasein. Nach der Aufgabe übernahm der Verein Solnischko, ein Zusammenschluss von Menschen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion von 2008, die Fläche, um gemeinsam zu gärtnern.

Die Migranten sprachen wenig Deutsch, hatten kaum Geld und wollten ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Marina Grusenick, stellvertretende Vorsitzende von Solnischko, erklärt das sozialpädagogische Konzept "Leistung gegen Leistung". Es gibt Kurse — etwa eine Mal-Aktion und 2015 das Mosaikprojekt.

Grusenick: "Wir wollten etwas aus der Erde machen und handwerklich aktiv werden." Gelungen ist das Anlegen von Staudenbeeten, Pflanzen von Blumen, Aufstellen von Holz- und Toilettenhäusern. Der multikulturelle Ansatz scheiterte trotz mancher Aufrufe am mangelnden Interesse unterschiedlicher Migrantengruppen.

Grusenick: "Türken, Russen und Deutsche besuchen sich nicht gegenseitig und haben unterschiedliche Interessen." Trotzdem wird weiter der Kontakt zu Flüchtlingen gesucht: In der Stadt lebenden Familien soll die Natur näher gebracht werden — und man möchte die Themen Garten und Kunst zu verbinden.

Unweit vom Gartentreff Solnischko gibt es auf der Hilgershöhe übrigens weiteres Urban Gardening. Vor allem Schüler benachbarter Schulen pflegen dort die Hochbeete.