Art-Hotel in Heckinghausen: Es gibt noch offene Fragen für neue Nutzung

Gesamtschule in ehemaligem Hotel? : Art-Hotel: Es gibt noch offene Fragen

Ein Bürgerantrag fordert die Erhaltung der in den Zimmern des ehemaligen Art-Hotels in Heckinghausen noch vorhandenen Wandbilder. Im Kulturausschuss ging es jetzt darum – und eine Polit-Debatte schließt sich an.

Das Gebäude an der Bockmühle, in dem einmal das bewusst künstlerisch ausgestattete Art-Hotel zu Hause war, und das sich später zur (nie genutzten und mittlerweile auch nicht mehr benötigten) Flüchtlingsunterkunft des Landes NRW wandelte, soll(te) nun einer Zukunft als Wuppertals siebter Gesamtschule entgegenblicken.

Deswegen befürchtet eine Bürgerin, dass die Wandgemälde-Ausstattung mehrerer früherer Hotelzimmer verloren gehen könnte. Sie fordert den Erhalt „der kunstvollen Ausstattung“.

Im Kulturausschuss informierte Dezernent Matthias Nocke darüber, dass der immer noch aktuelle Gebäude-Eigentümer, die Bethe-Stiftung, hinter der der bekannte Kunst- und Sozialmäzen Erich Bethe steht, sämtliche beweglichen Kunstwerke bereits vor längerer Zeit aus dem Ex-Hotel entfernt habe – und es noch drei Zimmer gebe, in denen sich künstlerische Wandgestaltungen befinden. Das Problem: Der Ausschuss steht durchaus positiv zum Bürgerantrag, die Stadt ist allerdings (noch) nicht Eigentümerin des Gebäudes. Das heißt: Inhaber Bethe kann mit dem Haus – und damit auch mit den Wandgemälden – verfahren, wie er möchte.

Weiteres Problem: Dezernent Matthias Nocke setzte seinen Satz „Das Gebäude gehört noch nicht der Stadt ...“ so fort „... und es steht auch völlig in den Sternen, ob das jemals der Fall sein wird.“ Diese Aussage wirft einen Schatten auf die Pläne, im Komplex des Art-Hotels Wuppertals siebte Gesamtschule zu errichten.

Passend dazu hat sich am Mittwoch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Caroline Lünenschloss (Kulturdezernent Matthias Nocke ist Chef der Wuppertaler CDU) zu Wort gemeldet: Caroline Lünenschloss spricht von „Missmanagement der Stadtverwaltung in Liegenschaftsangelegenheiten“.

Ihr Statement weiter: „Nachdem die Verwaltung den Eindruck erweckt hat, der Umbau des Art-Hotels zur siebten Gesamtschule sei nur noch eine Frage der Zeit, wird die Öffentlichkeit nun darauf vorbereitet, dass die Gefahr besteht, mit dem Eigentümer der Immobilie nicht handelseinig zu werden.“ Damit stünden alle Überlegungen, in Heckinghausen „eine dringend erforderliche weiterführende Schule zu bauen, wieder ganz am Anfang“.

Wuppertals Schul-Dezernent Stefan Kühn widerspricht dem durch die CDU vermittelten Eindruck gegenüber der Rundschau vehement: „Das Land hat den ursprünglich zehnjährigen Mietvertrag mit der Bethe-Stiftung zum Ende September gekündigt, und die Stadt verhandelt nun über den Ankauf des Gebäudes.“ Kühn verhehlt nicht, dass die Preisvorstellungen beider Seiten deutlich auseinanderliegen. Konkrete Zahlen nennt er nicht, in der Stadt kursieren allerdings Gerüchte, Erich Bethe wolle zehn Millionen Euro für das Art-Hotel-Areal, die Stadt sei aber nur bereit, zwei Millionen zu bezahlen.

Dezernent Kühn zur Rundschau: „Kämmerer Slawig, Gebäudemanagement-Chef Flunkert und ich treffen uns Mitte Oktober zu einem weiteren Gespräch mit Herrn Bethe. Trotz der Unterschiede beim Preis sehe ich weiterhin gute Chancen, dass wir uns einig werden.“ Eines ist für Kühn ohnehin klar: Der Standort an der Bockmühle wäre für den (gesamt-)schulisch unterversorgten Osten „absolut ideal“. Deswegen habe es ja im Sommer 2018 auch eine große Ratsmehrheit für den Art-Hotel-Beschluss gegeben.

Einen Plan B hat Kühn aber sicherheitshalber auch: „Seinerzeit wurden zwei weitere Grundstücke im Osten geprüft. Die werden wir uns jetzt nochmals genauer anschauen.“ Apropos Plan B: Den soll auch Erich Bethe haben. Nach Rundschau-Informationen hat er einen Antrag auf erneute Nutzung des Hauses als Hotel gestellt ...

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