Roboter-OPs in Wuppertal

Mit Video: Roboter-assistierte OPs am Helios-Klinikum Wuppertal : Vier Arme, die nie zittern

Die Urologen im Helios-Klinikum können seit einem Monat ausgesuchte Operationen mit Roboter-Unterstützung durchführen. Das ist schonender für die Patienten – und auch für die Ärzte.

Wobei der Begriff „Roboter“ für das rund 1,5 Millionen Euro teure Hightech-System zwar griffig, aber eigentlich grundverkehrt ist. „Viele Patienten fragen uns, ob wir da einfach nur auf ein Knöpfchen drücken“, weiß Chefarzt Professor Friedrich-Carl von Rundstedt aus Erfahrung. Und genauso ist es eben nicht: Denn die vier mit Instrumenten und Kameras bestückten elektrischen Arme am OP-Tisch arbeiten nicht selbständig, sondern setzen nur exakt das um, was der Arzt an der mit dreidimensionalen Monitoren ausgestatteten Steuerkonsole wenige Meter weiter an Bewegungen ausführt. Allerdings ohne jedes Zittern und mit wesentlich mehr Bewegungsspielraum, als ihn menschliche Hände unmittelbar im Operationsfeld hätten.

Urologische OPs an Blase, Niere oder Prostata sind Haupteinsatzgebiet der robotergestützten Chirurgie – aber auch bei bestimmten gynäkologischen Indikationen will Helios sie nutzen. Vorteil für den Patienten: Weil die erforderlichen Schnitte kleiner sind als üblich, gibt es weniger Blutverlust, weniger postoperative Schmerzen und die Möglichkeit einer schnelleren Mobilisierung. Und auch die Operateure profitieren davon, dass die Arbeit auf dem bequemen Stuhl an der Steuerkonsole körperlich weniger belastend ist als das oft stundenlange Stehen in ungünstiger Haltung am Tisch. Der Einsatz des OP-Roboters in Wuppertal ist ein Leuchtturmprojekt für den gesamten Helios-Konzern. Und deshalb leistet man sich derzeit auch mit dem am OP-Roboter bestens ausgebildeten, jungen von Rundstedt und dem bundesweit als Koryphäe bekannten Professor Stefan Roth gleich zwei Chefärzte in der Wuppertaler Urologie, die bis zu Roths Pensionierung in rund dreieinhalb Jahren als Doppelspitze amtieren. Mit Blick auf die heftigen Diskussionen, die voriges Jahr rund um den Umgang des ehemaligen Helios-Geschäftsführers Niclas Kruse mit dem Wuppertaler Medizin-Spitzenpersonal entbrannten, stellt Roth dabei klar: „Diese Entwicklung wollte ich genau so. Um diese Konstellation beneiden uns viele.“

Ob sich für Patienten eine roboter-assistierte Operation anbietet, hängt vom individuellen Befund ab, nicht aber von finanziellen Fragen. Von Rundstedt: „Wir bekommen für OPs mit dem Roboter kein zusätzliches Geld von den Kassen, Patienten müssen aber trotzdem nichts zuzahlen.“

Roboter-OP: Der Blickwinkel des Arztes
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