Sehr bedauerlich

Sehr bedauerlich

Betr.: "Neuer Betreiber für das ,Museumscafé'", Rundschau, 18. März

Dass der Pachtvertrag für das "Museumscafé" mit Herrn Streuf und seiner Gattin von der Stadt nicht verlängert werden soll, erinnert mich an das Strickmuster mancher B-Western: Der mächtigste Rancher reißt sich die Stadt unter den Nagel... Hier benutzt die Stadtspitze die Auslagerung der sich so der Kontrolle entziehenden Stadtbetriebe als Hebel, um ihr genehme Strohleute in Position zu bringen. Als Besucher mehrerer Kulturausschusssitzungen erlebte ich diverse Auseinandersetzungen von Herrn Streuf mit Dezernent Nocke — zum Beispiel in puncto Fuhlrott-Sammlung oder Schauspielhaus.

So wird wieder mal ein gelungenes Projekt (gut besucht, pünktliche Mietzahlung) aus politischem Kalkül zerstört, wie schon bei der Abwahl unserer Intendanten, die mit dem notwendigen Publikumsumbruch auf dem richtigen Weg waren.

  • : Still und leise abgeschaltet
  • : Passiert ist – nichts
  • : Kräftiger Applaus

Ein Stammgast des "Museumscafés" sammelte im Herbst 2014, nach "Ruchbarwerdung" des Pächterrausschmisses, in zwei Stunden etwa 80 Unterschriften von hiesigen, aber auch öfter kommenden auswärtigen Besuchern, die teilweise völlig empört gegen eine Kündigung reagierten.

Dass Herr Finckh sich diesem Ränkespiel zur Verfügung stellt, finde ich bedauerlich.

Wolfgang Richel, Briller Straße

(Rundschau Verlagsgesellschaft)