Leserbrief „Wo bleibt das versprochene Taubenhaus?“

Wuppertal · Betr.: Einsatz eines Wüstenbussards gegen Tauben

Tauben auf Futtersuche.

Tauben auf Futtersuche.

Foto: Wuppertaler Rundschau/jak

Der Wüstenbussard war wieder da. Wir hatten solche Angst. Ich weiß nicht, ob es wieder einen meiner Freunde erwischt hat. Dass der Bussard nicht zum Töten eingesetzt wird, ist nicht wahr, denn er ist nicht auf Verjagen trainiert, sondern auf Jagen. Nachdem er weg war, sind wir natürlich wieder zurückgeflogen.

Schade, dass die Stadt Steuergelder für diese zwecklose Maßnahme verschwendet und sogar dafür gesorgt hat, dass demnächst der Hauptbahnhof für sehr viel Steuergeld vernetzt wird, sodass wir selbst dieses elende Zuhause verlieren und Sturm, Regen, Schnee und Kälte ungeschützt ausgesetzt sind. Wo sollen wir dann hin?

Der Wüstenbussard am Döppersberg.

Der Wüstenbussard am Döppersberg.

Foto: Achim Otto

Wo bleibt das versprochene Taubenhaus? Es drängt sich die Vermutung auf, dass sich die Stadt durch Vergrämung und Verhungernlassen ihrer Verantwortung entziehen will. Wenn wir ein Dach über dem Kopf hätten, würden wir uns überwiegend dort aufhalten, müssten nicht zur Futtersuche durch die Stadt laufen und Dreck essen. Dann hätten wir auch keinen Durchfall mehr, und unser Kot wäre leicht zu entfernen; die Bürger würden sich nicht mehr belästigt fühlen. Die Kosten für Vergrämung und ständig wiederkehrende Reinigungsarbeiten könnten sinnvoll eingesetzt werden.

Der Stadtrat hat ein Taubenhaus beschlossen, genauso sollte es kein Auflassen von Hochzeitstauben mehr geben, aber auch das ist der Stadt egal. Aber wenn ein emphatischer Mensch ein paar Körnchen für uns fallen lässt, trifft ihn die ganze Härte des Ordnungsamtes mit hohen Bußgeldern.

Wirbeltiere verhungern zu lassen ist nicht im Sinne des Tierschutzgesetzes. Ich habe Angst vor der Zukunft. Am liebsten würde ich wegziehen, aber das liegt nicht in meiner Art, denn ich bin standorttreu.

Änne Taube, wohnhaft am Döppersberg

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