Leserbrief „Ich habe absolute Angst“

Betr.: Offener Brief an die Verkehrslenkung der Stadt Wuppertal

 Der rote Bereich ist kein Radweg mehr.

Der rote Bereich ist kein Radweg mehr.

Foto: Christoph Petersen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin zutiefst erschrocken über die neue „Änderung der Radverkehrsführung in der Hünefeldstraße“. Seit Jahren benutzte ich den „beidseitigen Bedarfsradweg auf dem Hochbord“ täglich morgens zum Weg zu meiner Arbeitsstätte und mittags auf meinem Heimweg. Noch nie gab es Komplikationen mit den Fußgängern, weil diese zu wenig Platz auf dem Bürgersteig hatten.

Die neue Änderung der Radverkehrsführung habe ich persönlich erstmal gar nicht wahrgenommen. Nach mehrfachen, sehr unfreundlichen Beschimpfungen von Passanten, dass der Radweg kein Radweg mehr sei, was ich einfach nicht verstanden habe, da dieser Weg ja immer noch durch seine rote Pflasterung als solcher aussieht, habe ich im Internet recherchiert, was an diesen Behauptungen dran ist.

Natürlich habe ich in den letzten Monaten diverse Bauarbeiten mitbekommen, wie zum Beispiel das Anbringen von neuen Schildern, aber ich, als auch einige meiner Bekannten und Kolleginnen und Kollegen, haben nicht mitbekommen, dass wir Radfahrer nun auf der Straße entgegen der Autos fahren sollen.

Dies habe ich dann nun seit Beginn dieser Woche getan. Nun werde ich nicht mehr von den Fußgängern beschimpft, dass ich nicht mehr auf dem Radweg fahren darf, der kein Radweg mehr ist. Nein. Ich werde nun von allen Autofahrern als „dumme Kuh“, etc. beschimpft, die nicht auf der Straße fahren soll, sondern auf dem Radweg (der ja keiner mehr ist). Fünf Mal (!) hintereinander wurde ich heute Morgen so dermaßen von den entgegenkommenden Autos beschimpft und musste mich jedes Mal rechtfertigen, dass es diesen Radweg nicht mehr gibt.

Auch ein Passant schrie mich an, zeigte auf den rot gepflasterten Weg neben ihm und meinte, ich sei doch bescheuert, warum ich nicht auf dem Radweg fahre … Weder Fahrradfahrer, Passanten und Autofahrer haben von dieser schwachsinnigen neuen Verkehrsführung mitbekommen!

Abgesehen davon, dass ich es absolut nicht nachvollziehen kann, warum die Fahrradfahrer die vorhandenen Wege nicht mehr nutzen dürfen, habe ich auch kein gutes Gefühl am frühen Morgen die von Autos sehr stark befahrende Hünefeldstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Ich habe absolute Angst, einen Unfall zu bauen oder von einem entgegenkommenden Auto plattgefahren zu werden. Ich habe auch keine Lust, mich derartig beschimpfen zu lassen! Und da nützen meiner Meinung weder die neue 30er-Tempo-Zone noch die neu geschaffenen Ausweichmöglichkeiten.

Für mich ist die neue Radverkehrsführung alles andere als sicher! Und eine Zumutung für jeden Radfahrer! Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich in Zukunft sicher per Rad durch diese Straße zur Arbeit gelangen soll. Die B7 ist auch keine Alternative für mich…

Ich bitte schleunigst diesen Irrsinn zu überprüfen und wieder zu ändern. Es würde mich nicht wundern, wenn es zu schlimmen Unfällen kommt.

Mit freundlichen Grüßen von einer sehr gefrusteten Radfahrerin,

Vanessa Pütter

● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: redaktion@wuppertaler-rundschau.de
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort