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Mehr als ein Gespräch nötig

Mehr als ein Gespräch nötig

Ich danke Ihnen für den Bericht von Nicole Bolz mit der Überschrift "Das Schweigen durchbrechen". In diesem Artikel wird endlich berichtet, was am 11. April vor dem Autonomen Zentrum und anschließend geschehen ist und wer daran beteiligt war.

Ein 53 Jahre alter Antifaschist mit türkischer Herkunft ist von rechtsradikalen Männern von der "Hogesa" mit Messerstichen in den Rücken lebensgefährlich verletzt worden. Daraufhin lag er einige Wochen im Koma. Die Polizei stellte dies in ihrem Bericht als Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten dar, verdächtigte zu Beginn ihrer Untersuchung Menschen aus dem Autonomen Zentrum und folgte damit ihren "üblichen Reflexen im Zusammenhang mit den Autonomen". Obwohl der Täter später festgenommen wurde, ermittelte die Polizei weiter im autonomen Spektrum. Von Seiten der Politik (Linke und Grüne ausgenommen) erfuhren die Autonomen keine Unterstützung. Und dies, obwohl die Autonomen sich erkennbar gegen Nazis und für Flüchtlinge und Migranten engagieren. Auch die Medien trugen nicht dazu bei, den wirklichen Sachverhalt darzustellen. Damit unterstützen sie die Gewalt und das Verhalten der rechtsextremen Gruppen.

  • Kriminalität : Täter traten Tür ein
  • Die Einsatzstelle.
    Wichlinghausen : Polizei ermittelt wegen Schnittverletzung
  • Fußgängerzone am Laurentiusplatz : Autofreien Bereich ausdehnen

Verwässernd empfinde ich den darauffolgenden Kommentar. In ihm wird die Glaubwürdigkeit der Autonomen in Frage gestellt. Dass die Autonomen die Pressearbeit der Polizei kritisieren, ist nur allzu verständlich, wenn diese dazu führt, dass die Öffentlichkeit falsch informiert wird. Selbst wenn die Polizei auch in die rechte Szene ermittelt hat, so erklärt dies nicht, dass sie auch nachdem der Täter bereits gefasst war, weiter gegen Besucher des AZ ermittelte. Bei dieser Art der polizeilichen Arbeit handelt es sich nicht um einen "Fehler", wie Frau Radermacher es bezeichnet. Bei dieser auffällig desinteressierten Aufklärungsarbeit lässt sich ein "Muster" nicht nur in Wuppertal erkennen.

Dass die Autonomen "höhnisch" lachen, wenn es darum geht, in einen konstruktiven Dialog mit der Polizei zu treten, ist ebenfalls verständlich, da sie von der Polizei in einer Weise behandelt werden, die nicht viel Vertrauen zulässt. Dies zeigt auch das brutale Verhalten der Polizei nach Beendigung der Demonstration am 13. Juni.

Damit sich in unserer Gesellschaft etwas verändern kann, braucht es mehr als ein Gespräch zwischen Autonomen und der Polizei.

Sonja Kies, Weberstraße

(Rundschau Verlagsgesellschaft)