Vier neue Bücher: Engels, die Liebe, Tee und der Himmel

Vier neue Bücher : Engels, die Liebe, Tee und der Himmel

Drei neue Bücher von Wuppertalern – und eines über einen Wuppertaler.

Klar – Friedrich Engels. Der steht ja sozusagen fürs nächste Jahr vor der Tür. Da bietet sich ein historischer Roman an. Tilman Röhrig, Bestsellerautor aus Köln (und über etliche Ecken tatsächlich mit Engels verwandt!), hat ihn geschrieben: „Und morgen eine neue Welt“ ist 512 Seiten dick – und dreht sich um die entscheidenden Jahre im Leben des Barmers, der auf seine Weise die Welt verändert hat. Es geht (natürlich) um Arbeiterelend, aber auch um die Liebe, denn Frauen wusste Engels sehr zu schätzen. Piper-Verlag, 20 Euro.

Die Liebe, um die geht es auch in Matthias Rürups schmalem Lyrik-Band „Igel-Gesänge“. Der Wuppertaler Rürup, der Autorengruppen und Textwerkstätten organisiert, hat dem Buch den Untertitel „Wie kann man nur lieben?“ gegeben – und damit eine der großen Fragen gestellt. Seine Antworten fallen scheu aus, zögernd, nachdenklich, schüchtern, verletzt und verletzlich. Die nie langen Gedichte lassen in die Seele eines Mannes schauen, der sich traut, seine zärtlichen Unsicherheiten und vielen Hin-und-Her-Gedanken nicht zu verschweigen. Geest-Verlag, 11 Euro.

Nicht verschweigen: Das tut auch Angelika Zöllner – und zwar ein paar Facetten der heutigen Türkei-, Syrien- und IS-Probleme in ihrem kleinen Roman „In Istanbul zum Tee“. Was mit der Reise eines Ehepaares nach Istanbul ganz harmlos touristisch und völkerverständigend beginnt, wächst sich ein Stück weit zum krimiähnlichen Plot mit einem Mord an einem islamismuskritischen Syrer aus. Die Erzählerin und ein Journalist werden tiefer in die Sache hineingezogen, als ihnen lieb ist. Und das Ganze geht noch weiter, als die Handlung wieder in Deutschland spielt. Ein farbiger, leider oft sehr gefühliger Text. Aber ein Buch voll Sorge über die Macht von Politik und Religion. Beggerow-Verlag, 12,80 Euro.

Matthias Buth. Foto: Heiko Loeffler / Nordpark-Verlag

Keineswegs zu emotional, sondern stets meisterhaft gezügelt – und trotzdem ganz tief: „Weiß ist das Leopardenfell des Himmels“ aus der Feder des in Wuppertal geborenen Dichter-Juristen Matthias Buth bringt viele neue Gedichte – mit Nachwort vom Ebenfalls-Wuppertaler Jörg Aufenanger. Buth blendet in die von ihm weit bereiste Welt, ins empfindende Herz, in die eigene (auch Wuppertaler) Vergangenheit, malt große Landschaftsbilder mit Seelenklang, riskiert auch lyrische Stellungnahmen zu Gegenwart und (Tages-)Politik. PalmArtPress, 22 Euro.

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