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Aus dem Tagebuch der Redaktion: Das fliegende Klassenzimmer

Aus dem Tagebuch der Redaktion : Das fliegende Klassenzimmer

Vor kurzem bin ich während unser Redaktionskonferenz doch glatt ganz schön ins Grübeln gekommen. Natürlich nicht wegen der Inhalte, sondern vielmehr wegen unserer direkten Nachbarn. Denn ich schaue von meinem Platz aus (ja, wie ordentliche Deutsche im Reisebus auf Hin- und Rückfahrt sitzen wir immer auf denselben Stühlen) auf das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium, das gerade von Grund auf saniert wird.

Erinnerungen werden wach an die Musikstunden bei dem Lehrer, bei dem Kompositionen nach 1910 indiskutabel waren. An die Sportstunden in der kleinen Turnhalle, in der die Basketballkörbe bei jedem Wurf herunterzufallen drohten. Und die Stunden im naturwissenschaftlichen Trakt, in denen die für Chemie und Physik zuständigen netten Pädagogen sehr schnell ein Grundverständnis für die Tatsache zeigten, dass dies mich nicht wirklich komplett interessierte.

Das alles ist im Grunde ziemlich normal. Erstaunlich bleibt allerdings, dass ausgerechnet (und ausschließlich!) der Dachbereich über meinem ehemaligen Klassenzimmer inklusive der Balken ausgetauscht wird. Gut, die Konstruktion musste manchen Fußballschuss (und Anderes) aushalten. Aber so stark?

Und warum sind nur die beiden Fenster des Ex-Klassenzimmers nicht eingesetzt? Klassenkamerad Andreas G. hatte seinen Stuhl zwar von dort aus mit einem beachtlichen Wurf auf den flacheren Trakt befördert (gelobt wurde er vom hinter ihm stehenden Lateinlehrer aber nicht), aber sie waren doch geöffnet! Fragen über Fragen.Antworten habe ich nicht gefunden. Viel zu schnell war die Konferenz zu Ende ...