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Helge Lindh (SPD): Europäische Industrie muss unabhängiger werden

Bergische Wirtschaft : Europäische Industrie muss unabhängiger werden

Mit Blick auf die massiven Lieferengpässe bei Halbleitern und damit verbundener Produktionsausfälle in der Automobilindustrie fordert der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh eine „Strategie zur Schaffung stärkerer Unabhängigkeit der europäischen Industrie von globalen Lieferketten in sensiblen Bereichen“.

Die Krise beim Wuppertaler Traditionsunternehmen WKW und anderen Betrieben in der Region und NRW insgesamt zeige, dass auch im Bergischen viele Arbeitsplätze unmittelbar mit diesen Lieferproblemen zusammenhingen. Die künftige Bundesregierung müsse die Pläne des SPD-Wahlprogramms aufnehmen und sich für einen raschen Aufbau der Produktionskapazitäten einsetzen.

„Der scheidende Bundeswirtschaftsminister hat viel zu lange zugeschaut, als die Lieferprobleme in der Halbleiter-Produktion bereits offen zutage traten. Seit Jahren warnen Experten vor einem absehbaren Mangel in diesem Segment. Dennoch hat sich Deutschland – wie etwa bei Medizinprodukten auch – vom Weltmarkt abhängig gemacht“, kritisiert Lindh.

Die bergischen Zulieferer seien in ihren Bereichen „gut aufgestellt“, um die Transformation der Mobilität zu bewältigen: „Dass nun ausgerechnet nach den schweren Einbrüchen des Jahres 2020 die Abhängigkeit vom Weltmarkt zur Wachstumsbremse wird, muss nun allen bewusst machen, dass wir wieder nationale Produktionskapazitäten benötigen. Es geht dabei nicht um Abschottung, sondern um Unabhängigkeit und die Sicherung unserer industriellen Leistungsfähigkeit. Die Fragestellung ist zentral für die Bereiche Industrie und Digitalwirtschaft.“

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Lindh: „Auch im sozialdemokratischen Wahlprogramm ist festgelegt, dass wir eine europäische und nationale Strategie zum Aufbau der Halbleiter-Produktion benötigen. Corona hat gezeigt, dass wir uns nicht mehr auf just-in-time-Lieferketten verlassen sollten. Meine Unterstützung gilt nun den betroffenen Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unverschuldet in Existenznot zu geraten drohen. Ich werde deshalb unverzüglich Gespräche mit betroffenen Betrieben aufnehmen. In den konkreten Notfällen müssen jenseits der strategischen Frage alle Möglichkeiten der Akuthilfe geprüft werden. Gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten des Bergischen Landes müssen und werden wir uns dieser Aufgabe stellen.“