Empfang in der Historischen Stadthalle Frauen in Führung: Wenn Haltung auf Feminismus trifft

Wuppertal · Verdiente Gewinnerinnen, starke Botschaften und eine flammende Rede für mehr Feminismus – der zwölfte Empfang für Unternehmerinnen und Frauen in Führung überzeugte auch in diesem Jahr.

Foto: Stadt Wuppertal/Stefanie vom Stein

Eingeladen hatte das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherff aus Wuppertal, OB Daniel Flemm aus Solingen und OB Sven Wolf aus Remscheid. Knapp 150 Gäste waren der Einladung in die Historische Stadthalle Wuppertal gefolgt.

Großen Anteil am Erfolg hatten die drei Gewinnerinnen und ihre Lebensläufe. Moderatorin Sarah Knörr: „Beeindruckend? Ja! Unerreichbar? Nein!“ So machte Vera Bökenbrink (Geschäftsführerin der Stahlwille Eduard Wille GmbH & Co. KG) in ihrer Dankesrede deutlich, dass es sich immer lohne, zu kämpfen. „Wir müssen uns was trauen!“ rief sie den Frauen im Publikum zu. Gewonnen hatte sie in der Kategorie „Vorbildliche Unternehmerin“. Scherff betonte in ihrer Laudatio, warum die Jury so klar für Bökenbrink votiert hatte: „Wir sehen in ihrem Wirken so viel mehr als das was die reinen Zahlen sagen. Wir sehen eine Persönlichkeit mit Haltung!“.

In der Kategorie 2 „Kreative Lösungen zur eigenen Existenzsicherung“ gewann Daniela Höhmann. Nach einem Burnout wagte sie einen beruflichen Neuanfang mit dem Kulturmagazin „die beste Zeit“. Was viele an dem Abend besonders bewegte und was auch Oberbürgermeister Sven Wolf in seiner Laudatio mit persönlichen Erfahrungen unterstrich, war Höhmanns Umgang mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. An den Reaktionen im Publikum wurde deutlich, wie viele Personen sich verstanden fühlten.

Kämpferisch wurde es, als Dr. Dagmar Hertle (Gründungsmitglied der „Wupperfrauen“ und seit mehr als 30 Jahren beruflich engagiert im Bereich der Frauengesundheitsforschung) für ihr Engagement in der Kategorie 3 „Leitung eines nachhaltigen Projekts für Frauen“ ausgezeichnet wurde. Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm legte in seiner Laudatio dar, dass Hertle auch ohne Macht- oder Führungsposition viel für die Gleichberechtigung und Sichtbarkeit von Frauen erreicht habe. So würdigte er unter anderem auch Hertles Engagement für die Wupperfrauen.

Hertle selbst mahnte, dass Frauen nicht nur bei der Benennung von Straßennamen zu kurz kämen. „Es geht um ein ganzes System, das dahintersteht.“ Sie ermutigte die Frauen, für ihre Ziele zu kämpfen und sich nicht aufhalten zu lassen. „Ich will damit nicht sagen, dass wir gegen Wände rennen sollen. Aber wie oft lohnt es sich, mal nach rechts oder links zu schauen, sich Verbündete zu suchen oder auch mal zu schauen, ob die Wand aus Pappe ist, wenn man mit dem Kopf hindurch will.“

Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Harfenistin Juliane Bärwaldt. Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Frauen die Gelegenheit, sich auszutauschen, Verbindungen zu stärken und neue Kontakte zu schließen.